Nachdem sich seine Ehefrau von ihm getrennt hatte, reiste ein aus der Türkei stammender Mann aus Deutschland am 23. Februar des Vorjahres nach Wien und klopfte an der Wohnungstüre des neuen Lovers und Jugenfreund seiner Ex-Frau in der Troststraße in Wien-Favoriten.
Der 39-Jährige ahnte die akute Gefahr, rannte noch zum offenen Fenster und schrie um Hilfe. Doch kurz darauf zog der als "äußerst eifersüchtig" charakterisierte Türke eine Waffe repetierte und soll gesagt haben: "Das hättest du nicht tun sollen.“ Dann schoss er dem am Boden liegenden Mann laut Anklage zumindest sieben Mal in den Oberkörper, durchschoss dabei zwei Mal sein Herz.
Anschließend richtete er die Waffe gegen einen Freund des Opfers, der ebenfalls in der Wohnung war und drohte diesem mit den Worten "Wenn du jemandem davon erzählst, werde ich dich finden und dich auch umbringen", ehe er fluchtartig den Tatort verließ. Der völlig verstörte Zeuge wählte versehentlich zuerst den Feuerwehr-Notruf. Als dann die Rettungskette in Gang gesetzt werden konnte, war es für den schwerverletzten 39-Jährigen bereits zu spät. Er starb im Spital.
Der Schütze raste mit dem Auto anschließend über Ungarn, Bulgarien und die Türkei nach Georgien, wo er am 6. Juli 2022 festgenommen wurde. Der Angeklagte schwieg bisher eisern zu den Vorwürfen, jedoch belasten ihn DNA-Spuren an der Türklinge am Tatort sowie seine Handydaten.
Nach der Tat soll der 36-Jährige übrigens die Familie des Opfers in der Türkei angerufen haben, um seine "Ehre" wiederherzustellen. "Ich habe meinen Ruf gesäubert und euren Sohn getötet", soll er den Hinterbliebenen erklärt und im selben Atemzug angekündigt haben, nun sei seine Frau "an der Reihe". Der 36-Jährige steht am Freitag in Wien vor einem Geschworenengericht. Dem von Star-Anwalt Rudi Mayer verteidigten Mann drohen zehn bis 20 Jahre oder sogar lebenslange Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.