Wegen Johnsons Brexit verliert jeder Brite 2.500 €

Für Premierminister Boris Johnson ist das Brexit-Abkommen "großartig" - doch die Briten könnte der Deal ganz schön teuer kommen.
Weißer Rauch aus Brüssel: Großbritannien und die EU haben sich am Donnerstagvormittag auf einen Brexit-Deal geeinigt ("Heute.at" hat berichtet). Auch wenn Premierminister Boris Johnson das Abkommen als "großartig" bezeichnet, ist der Ausstieg der Briten aus der Europäischen Union noch nicht in trockenen Tüchern. Stolpert er womöglich über seinen eigenen Deal?

Nordirland legt sich quer



Tatsächlich sind noch einige Fragen offen, nicht zuletzt die nach der Zustimmung des britischen Parlaments. Eine für Samstag geplante Abstimmung zu der Einigung in Brüssel ist ungewiss, da die nordirische Partei DUP ihr Einverständnis zu dem Deal bisher verweigert hat. Denn: Nach dem Brexit wären wieder Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland (UK) nötig. Um dies zu vermeiden, bleibt Nordirland im EU-Binnenmarkt und der Zollunion – was allerdings von der DUP sowie von antieuropäischen Hardlinern abgelehnt wird. Eine schnelle Lösung scheint fraglich.

Johnsons Brexit wird teurer als Mays



CommentCreated with Sketch.18 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der am Donnerstag verabschiedete Deal bedeutet einen deutlich härteren Brexit als bisher geplant. "Brexit-Boris" geht deutlich stärker auf Distanz zur EU als noch seine Vorgängerin Theresa May - und das könnte teuer werden. Laut einer aktuellen Analyse der Denkfabrik "UK in a Changing Europe" schaden Johnsons Vorschläge der britischen Wirtschaft mehr als Mays. Unter dem Strich verliere jeder Brite auf mittlere Sicht etwa 2.500 Euro (2.000 Pfund) an verfügbarem Einkommen pro Jahr. Mays Deal hätte ein Minus von etwa 1.700 Euro bedeutet, ein No Deal etwa 2.900 Euro.

HIER >> Der Brexit ist fix: 5 Dinge, die du wissen musst



Johnsons #Takebackcontrol-Deal macht den Handel mit Waren und Dienstleitungen teurer und komplizierter. Das könnte laut Analyse dazu führen, dass bis zum Jahr 2030 das Pro-Kopf-Einkommen auf der Insel um 2,5 Prozent niedriger liegt, als wenn Großbritannien in der EU geblieben wäre.

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