Die Kürzung der Subventionen um fünf Millionen Euro für die Vereinigten Bühnen Wien treffen nun vor allem die Kammeroper. Diese muss ab Herbst für vorläufig ein Jahr pausieren, weil die Mittel für weitere Produktionen fehlen.
Die Saison wird deshalb besonders kraftvoll beendet: Am 2. Juni feiern der Einakter "Lady Magnesia" von Mieczysław Weinberg und die Opera Buffa "Zweimal Alexander" von Bohuslav Martinu Premiere. In beiden Stücken, die eine Mischung aus Krimi, Opernparodie und schwarzer Komödie sind, bezichtigt ein Mann seine Ehefrau der Untreue und ergreift daraufhin heftige Maßnahmen.
Die Pläne laufen dabei natürlich völlig aus dem Ruder: George (Peter Kirk) will Magnesia (Josefine Göhmann) ermorden, lässt sich von ihr jedoch in ein Gespräch verwickeln. Alexandre (Jacob Philipps) hingegen inszeniert eine Verwechslungskomödie, um die Treue seiner Frau zu testen – diese jedoch beginnt gerade dadurch, von einem Seitensprung zu träumen. "Wo Mozarts 'Così fan tutte' den Vorhang fallen lässt, kommen diese Werke erst so richtig in Fahrt", verspricht die Kammeroper.
Stefan Herheim, seit 2022 Intendant am Theater an der Wien, zu dem die Kammeroper zählt, hofft für die Saison 2027/28 jedenfalls "auf bessere Zeiten". Wie schon heuer, will der Norweger dann zumindest sechs Premieren anbieten können.