Es werden radikale Einschnitte beim ORF notwendig, "das Publikum wird es spüren", redete die interimistische Direktorin Ingrid Thurnher vergangene Woche nicht um den heißen Brei. Zusätzlich zum laufenden Sparpaket soll Berichten zufolge ab 2027 weitere 85 Millionen eingespart werden.
Die kolportierte "Streichliste" der ORF-Sendungen trifft vor allem den Unterhaltungsbereich. Aufhorchen ließ dabei besonders, dass sogar die beliebte "Millionenshow", die Armin Assinger seit 2002 moderiert, vor dem Aus stehen soll. "Zu den Berichten rund um die 'Millionenshow' halten wir fest, dass es die Show auch nach 2026 im ORF geben wird", gibt ein Sprecher des Senders auf "Heute"-Anfrage Entwarnung.
Assingers Vertrag soll Ende 2026 auslaufen. Ob es die Sendung ohne den Quotenbringer geben wird, bleibt derzeit fraglich. Fest steht aber, "dass für den ORF, wie für alle Medienunternehmen in Österreich, die kommenden Jahre aus wirtschaftlicher Sicht äußerst herausfordernd werden. Der ORF wird selbstverständlich seinen Beitrag zu den notwendigen Einsparungen leisten und setzt aktuell schon ein Sparpaket von mehr als 300 Millionen Euro bis 2026 um".
Am 11. Juni wird die neue ORF-Führung gewählt, die dann vor schwierigen Entscheidungen steht. Noch-Direktorin Thurnher "hat bereits spürbare Einsparungen bei Programmen in den Raum gestellt, die trotz größtmöglicher Anstrengungen bei strukturellen Einsparungen drohen. Diese programmstrategischen Maßnahmen – vorrangig in Randzonen – dienen dazu, weiterhin die Finanzierung öffentlich-rechtlicher Kernaufträge und publikumsstarker Hauptabendangebote sicherzustellen", so der ORF weiter.
Aus diesem Grund hat der Sender "die Produktionsfirma TVfriends, die für den ORF die Vorabend-Quizsendungen 'Smart 10 - Das Quiz mit den zehn Möglichkeiten' und 'Q1 - Ein Hinweis ist falsch' herstellt, informiert, dass der bestehende Vertrag für die aktuelle Produktion weiterer Staffeln beider Formate nicht verlängert wird", bestätigt der Sender die kolportierten Streichungen.
Damit werden ab 2027 keine neuen Folgen produziert. "Für das ORF-Publikum hat dies bis Ende 2026 keine Auswirkungen, denn bis Jahresende ist die Ausstrahlung neuer Ausgaben gewährleistet", betont man.