Wien

Weil sie arm ist: Freunde ließen Wienerin (40) im Stich

Ljubica (40) arbeitet 30 Stunden in der Woche. Dennoch ist sie auf die Hilfe der Caritas angewiesen. Beim Einkaufen sucht sie die billigsten Produkte.
Yvonne Mresch
08.05.2023, 15:15
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Für Ljubica ist jeder Tag aufs Neue eine Herausforderung: "Ich muss schauen, was ich essen kann und wie viel Geld ich noch fürs Einkaufen habe", erzählt sie im Gespräch mit "Heute". Die 40-Jährige wurde in Serbien geboren, kam mit vier Jahren nach Österreich. Gearbeitet hat sie ihr ganzes Leben lang – und trotzdem reicht das Geld nicht aus.

"Ich habe als Kellnerin, in der Reinigung und als Verkäuferin gearbeitet", berichtet sie. Aktuell ist sie als Reinigungskraft in einer Kirche beschäftigt, arbeitet 30 Stunden. Dabei verdient sie 1.000 Euro, nach Abzug der Fixkosten bleiben ihr rund 400 Euro zum Leben. "Wenn ich einkaufen gehe, schaue ich vorher nach, was ich noch habe. Manchmal sind es nur 40 Euro. Dann drehe ich im Supermarkt meine Runden, bis ich günstige Lebensmittel finde."

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"Ich bin oft einsam"

Doch es sind nicht nur die Kosten, die der Wienerin zu schaffen machen, sondern auch die Vereinsamung. "Ich habe viele Freunde verloren", sagt sie leise. "Die Menschen verstehen das nicht, wenn ich nicht Essen gehen kann oder bei Aktivitäten nicht dabei bin. Ich lebe alleine und bin oft einsam. Das tut weh, aber ich will mich nicht einladen lassen. Das ist unter meiner Würde."

Hilfe bekommt Ljubica bei den Lebensmittelausgaben der Caritas, wo sie regelmäßig einkauft. "Es hat mich schon einiges an Überwindung gekostet, aber ich bin dankbar dafür", sagt sie. Dass die Situation, in der sich die junge Frau befindet, kein Einzelfall ist, zeigt eine aktuelle Umfrage der Caritas – wir berichteten. Demnach werden der Druck auf armutsgefährdete Menschen und die Not immer größer. Caritas Wien-Chef fordert politische Reformen. Ljubica hat nur einen Wunsch: "Endlich ein ganz normales Leben zu führen!"

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