Magdeburg-Terror

Weinen der Tochter bewahrte Familie vor Terroranschlag

Lisa (32) wollte mit ihrer Familie zum Weihnachtsmarkt, doch ihre Tochter weigerte sich, in den Kinderwagen zu steigen. Kurz darauf geschah das Drama.
20 Minuten
22.12.2024, 07:15
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Lisa (32) lebt in der Schweiz, derzeit ist sie aber zu Besuch in ihrer Heimatstadt Magdeburg. Wie sie gegenüber "20 Minuten" erzählt, wollte sie am Freitagabend mit ihrer Familie – darunter ihre zweijährige Tochter – auf den Weihnachtsmarkt. Sie habe gerade in der Nähe in einem Parkhaus gehalten, als ihre Tochter stark zu weinen begonnen habe. "Sie wollte nicht in den Kinderwagen. So wurden wir eine Weile aufgehalten." Zum Glück, weiß Lisa heute: "Hätte sie kein Theater gemacht, wären wir vielleicht nicht mehr am Leben", sagt sie.

Denn genau, als sie beim Lift waren, geschah der Terroranschlag. "Wir standen da und eine Familie kam uns entgegen. Der Junge war total apathisch, die Tochter hat nur geheult." Bis dahin wussten Lisa und ihre Familie noch nicht, was geschehen war. "Der Vater sagte uns: 'Geht da nicht rüber, da ist gerade ein Auto in die Menschenmenge gefahren.'" Heute weiß die 32-Jährige, dass kurz nach 19 Uhr ein Mann in einem schwarzen BMW in den Weihnachtsmarkt gerast war. Fünf Personen wurden dabei getötet, über 200 verletzt.

"Draußen haben alle geweint"

Um sich einen kurzen Überblick über die Situation zu verschaffen, lief Lisa mit ihrem Vater in Richtung Weihnachtsmarkt. Vorne dran wurde die Mutter dann Zeugin des Schreckens nach der Tat. "Draußen haben alle geweint, ein Polizeihelikopter war schon im Einsatz." Eine Teenagerin sei auf einer Bank gelegen und habe total gezittert, erzählt Lisa. "Es war ein totales Chaos!"

Ihr Partner und sie hätten sich daher kurzerhand entschieden, umzudrehen. "Wir sind zum Parkhaus zurück und zu meinem Vater nach Hause gefahren. Auf dem Weg aus Magdeburg heraus, kamen uns von überall her Einsatzkräfte entgegen." Und das noch lange, erzählt Lisa. Erst als sie beim Vater angekommen sein, habe die 32-Jährige realisiert, was geschehen war. "Wir waren geschockt. Wir hätten sterben können."

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