Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein muss ab Dienstag wieder vor Gericht. Diesmal geht es um einen Vergewaltigungsvorwurf der Schauspielerin Jessica Mann. Der Fall wird vor einem Gericht in New York neu aufgerollt. Schon im vergangenen Jahr gab es dazu einen Prozess, aber die Geschworenen konnten sich damals nicht auf ein Urteil einigen.
Jessica Mann wirft Weinstein vor, sie im Jahr 2013 vergewaltigt zu haben. Weinstein selbst beteuert weiterhin seine Unschuld. Im Juni des Vorjahres hatte ein Geschworenengericht in New York Weinstein bereits wegen sexueller Übergriffe auf die Produktionsassistentin Miriam Haley schuldig gesprochen. Im selben Prozess wurde der heute 74-Jährige vom Vorwurf eines sexuellen Übergriffs auf das Model Kaja Sokola freigesprochen. Im Fall Mann konnten sich die Geschworenen aber nicht einigen, deshalb kommt es jetzt zu einer neuen Verhandlung.
Der einstige Hollywood-Mogul sitzt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe in Kalifornien ab. Grund dafür sind weitere Sexualdelikte. Mehr als 80 Frauen haben Weinstein, der Filme wie "Pulp Fiction" und "Shakespeare in Love" produziert hat, schwere sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Skandal kam 2017 ins Rollen, als die "New York Times" und das Magazin "New Yorker" erstmals über die Vorwürfe berichteten. Die Enthüllungen erschütterten die gesamte Filmbranche.
Diese Artikel lösten die MeToo-Bewegung aus. Der Name Weinstein steht seither weltweit für Männer, die ihre Macht gegen Frauen ausnutzen.
Weinsteins Sprecher Juda Verge sagte zum neuen Prozess, Weinstein bleibe dabei, dass die "Beziehung" mit Mann einvernehmlich gewesen sei. "Er freue sich bereits darauf, vor Gericht erneut Beweismittel dazu vorlegen zu können."