Der Fall um das von einer Jugendgang angeblich missbrauchtem Mädchen aus Wien-Favoriten erschütterte ganz Österreich – mehrere Burschen saßen wegen mutmaßlichen Missbrauchs einer damals erst 12-Jährigen sogar am Wiener Landl auf der Anklagebank. Bis auf einen Schuldspruch gab es zahlreiche Freisprüche – wir berichteten ausführlich.
Jetzt meldet sich die Mutter des Opfers ausführlich selbst zu Wort. In ihrem Buch "Anna - Die wahre Geschichte meiner Tochter" zeichnet die 36-Jährige ein beklemmendes Bild jener Ereignisse, die ihre Familie für immer verändert haben.
Schonungslos beschreibt die Autorin darin, wie sie die sexuellen Übergriffe auf ihre damals 12-jährige Tochter erlebte und geht hart mit Behörden und Justiz ins Gericht. Aus ihrer Sicht habe das System an entscheidenden Stellen versagt – mit fatalen Folgen für ihre Tochter.
Besonders belastend waren für sie dabei die Gerichtsprozesse. Darin sei die Realität verzerrt dargestellt worden, sie habe das Gefühl gehabt, ohnmächtig zu sein. "Die Welt soll erfahren, was wirklich passiert ist", so die Autorin. Sie schreibt unter einem Pseudonym, um ihre Identität zu schützen.
Ihr Buch soll die grundsätzliche Frage aufwerfen: Wird Betroffenen tatsächlich zugehört oder werden sie vorschnell beurteilt? Die Autorin fordert mehr Einfühlungsvermögen und einen sensibleren Umgang mit Opfern. Es gehe ihr nicht nur um Aufarbeitung, sondern auch darum, zukünftige Fälle zu verhindern.