Wende nach Mordanklage

Handwerker ins Knie geschossen – Bande kommt davon

Jene Männergruppe, die im November nach überteuerten Dachabdeck-Arbeiten von einem 50-Jährigen attackiert wurde, muss nicht mit Konsequenzen rechnen.
Christian Tomsits
18.03.2026, 05:45
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Leere Parkplätze vor biederen Einfamilienhäusern mit gemähten Gärten, ein Linienbus, der alle 20 Minuten mit sanftem Brummen die zwitschernden Frühlingsvögel in den gestutzten Hecken kurzzeitig verstummen lässt – nichts lässt beim erneuten "Heute"-Lokalaugenschein vor Ort erahnen, zu welch dramatischen Ereignissen es am 25. November des Vorjahres in der Sandrockgasse in Wien-Floridsdorf kam.

Nach einem wüsten Streit zwischen einem 53-jährigen Hausbesitzer und Mitgliedern einer sogenannten Dachdecker-Bande aus Rumänien über deren Wucherpreise von über 15.000-Euro für mangelhafte Arbeiten, zückte der betrunkene Waffenbesitzer wutentbrannt seine Glock 17 und traf einen flüchtenden 27-Jährigen im Knie.

Astrid Wagner verteidigt den Schützen, der einen Großeinsatz in Wien-Floridsdorf zu verantworten hat.
Denise Auer

Wie "Heute" berichtete, muss sich der von Star-Anwältin Astrid Wagner vertretene Wiener schon bald vor Geschworenen wegen versuchten Mordes verantworten, da er auch in Kopfhöhe des Fahrers auf das wegfahrende Auto der Arbeiter geschossen haben soll. "Ihn hat‘s einfach ausg’hagelt", so seine Mutter beim erneuten Lokalaugenschein zu "Heute" , es gilt die Unschuldsvermutung.

Während in Wien bereits falsche Handwerker wegen Betruges zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden – wir berichteten – dürften das angeschossene Opfer und seine Clan-Mitglieder Causa Glück im Unglück haben. Laut Staatsanwaltschaft Wien gibt es in der Causa "keine Anhaltspunkte für einen Betrugsverdacht", derzeit laufen keine Ermittlungen gegen die Handwerker. Immerhin: Die Finanzpolizei soll mögliche Schwarzarbeit der Balkan-Bande vermuten. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung.

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