Glock aus Gefriertruhe

Wiener schoss Fake-Handwerker um – jetzt Mordanklage!

Ein Hausbesitzer aus Wien-Floridsdorf schoss mit einer Glock aus seiner Gefriertruhe auf einen falschen Handwerker. Jetzt ist die Anklage da.
Christian Tomsits
06.03.2026, 17:43
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Der Wiener (53), der im vergangenen November betrunken mit einer Pistole in Wien-Floridsdorf auf sogenannte falsche Handwerker gefeuert haben soll, muss sich schon bald wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Anklage wurde jetzt eingebracht, "Heute" kennt die schweren Vorwürfe im Detail.

Eine Gruppe Rumänen hatte den 53-Jährigen – der gemeinsam mit seiner betagten Mutter wohnt –wenige Tage vor der Bluttat ein erstes Mal ungefragt besucht. Für mehrere Stunden pfuschten sie am Hausdach und Carport herum. Dafür staubten die mutmaßlichen Betrüger vom gutgläubigen Hausbesitzer wohlfeile 14.750 Euro in bar ab.

Dennoch oder gerade deshalb wurden die Männer am 24. November frühmorgens wieder vorstellig und wollten vom durchaus als gutmütig bekannten Oldtimer-Verkäufer eine "Müllentsorgungsgebühr" in der Höhe von 1.500 Euro. Für weitere ungefragte Arbeiten an einem Nebengebäude forderten sie um die Mittagszeit dann sogar noch mehr Geld.

Die Mutter des Mannes mutmaßte im "Heute"-Gespräch, dass es ihren geliebten Sohn da wohl einfach "ausg’hagelt" habe. Leider habe sie den Streit unter den Männern aufgrund ihrer Schwerhörigkeit nicht verstanden. Laut Staatsanwaltschaft kramte ihr Sohn – als ehemaliger Berufssoldat auch Waffenpassbesitzer – aus seinem Geheimversteck im Keller-Gefrierschrank eine Glock 17, die er durchlud.

„Ich wollt niemanden treffen“
Schütze und Angeklagtertraf falschen Handwerker im Knie

Kurz darauf tauchte der Hausbesitzer nämlich im Hof mit der Pistole im Anschlag auf. "Pass auf, er hat eine Waffe!", hörte ein 27-jähriger Arbeiter noch, sprang vom Dach herunter und rannte Richtung Straße. Dann schallte ein Schuss durch die Sandrockgasse. Dem 27-Jährigen wurde vom Querschläger, der vom Boden abprallte, das rechte Knie zerfetzt. "Ich wollte ihn nicht treffen", behauptet der Verdächtige – er wird von Star-Anwältin Astrid Wagner vertreten.

Weil Zeugen den Betrunkenen beobachteten, wie er noch einen zweiten Schuss auf das Fahrzeug eines flüchtenden Komplizen abfeuerte, steht er unter Mordverdacht. Denn die zweite Kugel durchbrach die Seitenscheibe des Autos und schlug im Bereich der Kopfstütze des Fahrers ein, soll gezielt abgefeuert worden sein.

Der zum Tatzeitpunkt mit 1,8 Promille alkoholisierte Schütze habe den möglichen Tod eines Menschen billigend in Kauf genommen. Seine Verteidigerin wird das vor Geschworenen mit Sicherheit bestreiten: "Der Verletzte leistete dem ersten Opfer sogar Erste Hilfe", so Wagner zu "Heute". Betrugsermittlungen gegen die Opfer würden parallel ebenfalls laufen. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 06.03.2026, 17:59, 06.03.2026, 17:43
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