Chaos-Tage am Küniglberg

"Stimmung gekippt": Applaus für ORF-Chefin nach Skandal

Am Dienstag fand am Küniglberg eine Redaktionsversammlung statt, bei der die Generaldirektorin erstmals vor ihren ehemaligen Kollegen sprach.
Christian Tomsits
17.03.2026, 20:07
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Nach extrem turbulenten Tagen am Küniglberg sollte nun endlich ein wenig Ruhe im Rundfunk einkehren – stattdessen ging es auch diesen Dienstag hinter den Beton-Gemäuern des ORF-Zentrums rund.

Zwischen 13.15 Uhr und 14.40 Uhr stand die neue interimistische ORF-Chefin Ingrid Thurnher der ORF-Redaktion erstmals Rede und Antwort. Als langjährige Mitarbeiterin musste sie sich zwar nicht mehr vorstellen, dennoch die eine oder andere kritische Frage aus der Redaktionsversammlung unter der Leitung von Redakteurssprecher Dieter Bornemann über sich ergehen lassen.

Für die betriebsinterne Veranstaltung wurden extra wichtige Mittagssitzungen der ZiB-Nachrichtensendungen nach hinten verlegt – so konnte auch News-Anchor Armin Wolf teilnehmen. Laut "Heute"-Infos soll der ZiB-Moderator in gewohnter Manier das Wort ergriffen haben, er ließ die neue Chefin wissen, nicht mit all ihren getätigten Ankündigungen und Äußerungen d'Accord zu gehen, heißt es.

Dennoch erntete Thurnher von der Belegschaft laut "Heute"-Infos gleich mehrfach großen, unterstützenden Applaus. Ihr sei generell großes Wohlwollen entgegengebracht worden, hört man. Von Wohlwollen konnte zuletzt unter Kollegen und in den Gängen, Büros und Studios des Senders nicht die Rede gewesen sein. Insider klagten teils über massive Belastung durch die medial ausgeschlachteten Vorgänge im Unternehmen.

Nach anfänglicher Solidarität mit dem mutmaßlichen Opfer der möglichen Belästigung durch den zurückgetretenen Generaldirektor Roland Weißmann dürfte sich der Groll nun langsam auf den ORF-Stiftungsratsvorsitzenden und Leiter des SPÖ-Freundeskreises Heinz Lederer verlagern. "Die Stimmung ist total gekippt", heißt es von einem hochrangigen Insider zu "Heute".

Lederer wird für seine Handhabung der Situation, hinter der immer mehr Mitarbeiter eine interne Intrige durch einen hochrangigen Manager vermuten, hart kritisiert– unter anderem von FP-Stiftungsrat Westenthaler.

Der wirft ihm sogar vor, als "ORF-Stiftungsrat gegen geltende Gesetze, Unvereinbarkeit und die Geschäftsordnung des ORF verstoßen zu haben" – wir berichteten. Wegen "Gefahr im Verzug" forderte er eine Sondersitzung des Stiftungsrates – das dürfte hinter vorgehaltener Hand ein Großteil der ORF-Belegschaft ebenso sehen und unterstützen.

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