Im ORF sorgt ein neuer Streit für mächtig Aufregung. Stiftungsrat Peter Westenthaler fordert eine außerordentliche Sitzung des ORF-Stiftungsrates, erfuhr "Heute" am Montag. Anlass sind mehrere schwere Vorwürfe gegen den roten Vorsitzenden des Gremiums, Heinz Lederer.
In einem Schreiben an die Mitglieder des Stiftungsrates verweist Westenthaler dabei auf aktuelle Berichte in gleich mehreren Medien. Darin würden "schwerste Vorwürfe" gegen Lederer erhoben.
Konkret geht es laut Westenthaler um drei Punkte. Erstens soll Lederer in Honorarnoten des früheren Benko-Signa-Anwalts im Zusammenhang mit Beratungen über ORF-Berichte aufscheinen, die nicht genehm gewesen seien.
Zweitens wirft eine Redakteurin Lederer in einem öffentlichen Tweet vor, wegen einer ORF-Coverstory, die ihm in der Illustrierten der Journalistin missfallen habe, interveniert zu haben. Dabei soll er nicht nur telefonisch Druck gemacht, sondern auch von einer "Kriegserklärung gegen den ORF gesprochen" haben. Zudem soll er der Medien-Frau mit Konsequenzen gedroht haben.
Als dritten Punkt nennt Westenthaler Vorwürfe rund um eine Geschäftsbeziehung zum ÖSV. Diese soll in die Zeit des millionenteuren Sportrechtedeals zwischen ORF und dem Skiverband fallen. Lederer werde deshalb öffentlich beschuldigt, als ORF-Stiftungsrat gegen Gesetze, Unvereinbarkeiten und die Geschäftsordnung des ORF verstoßen zu haben.
Für Westenthaler ist die Lage ernst. "Diese Vorwürfe wiegen schwer und bedürfen einer sofortigen Klärung. Es besteht Gefahr im Verzug", stellt Westenthaler in dem brisanten Schreiben an den ORF-Stiftungsrat – dieses liegt "Heute" vor – unmissverständlich klar.
Und weiter: "Weder der Stiftungsrat noch die ORF-Geschäftsführung können Interesse an einer weiteren, permanenten und massiven Schädigung des Unternehmens ORF durch den Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates haben und dem tatenlos zusehen."
Westenthaler fordert daher rasches Handeln: "Es ist daher eine sofortige Dringlichkeitssitzung (außerordentliche Sitzung) des ORF-Stiftungsrates einzuberufen."