Rücktritt von ORF-Chef

"Ich bin entsetzt" – Westenthaler platzt der Kragen

Nach dem Rücktritt von ORF-General Roland Weißmann übt FPÖ-Stiftungsrat Peter Westenthaler scharfe Kritik am Vorgehen des Stiftungsratschefs.
André Wilding
09.03.2026, 10:00
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt auch im Stiftungsrat für heftigen politischen Streit. Besonders scharf reagiert der von der FPÖ nominierte Stiftungsrat Peter Westenthaler.

"Alleingang von Heinz Lederer"

Er zeigt sich über das Vorgehen rund um den Rücktritt und die Übergangslösung "entsetzt". Gegenüber "Heute" spricht er von einem "Alleingang des roten Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer".

Westenthaler kritisiert vor allem, dass das Gremium seiner Ansicht nach nicht ausreichend eingebunden worden sei. "Der mutmaßliche Skandal war seit Tagen bekannt. Weder wurde der Stiftungsrat in die Ereignisse der letzten Tage eingebunden noch bei der interimistischen Führungsentscheidung", erklärt er gegenüber "Heute".

"Alle Regelungen missachtet"

Für den FPÖ-Stiftungsrat ist die Sache deshalb klar. "Damit ist auch er rücktrittsreif und sollte gleich den Hut nehmen. Lederer hat alle Regelungen, die es gibt, missachtet und den Stiftungsrat übergangen."

Auch zur vorgeschlagenen Übergangslösung im ORF will sich Westenthaler derzeit nicht äußern. Zur interimistischen Nachfolgerin, Ingrid Thurnher, kann er nichts sagen, weil ich nicht weiß, wie es zu dieser Entscheidung kommt."

Schwere Anschuldigungen

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hatte Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer und den Stellvertretenden Vorsitzenden Gregor Schütze am Sonntag über seinen Rücktritt von seiner Funktion mit sofortiger Wirkung informiert. In den vergangenen Tagen hat eine ORF-Mitarbeiterin gegenüber dem Generaldirektor Vorwürfe der sexuellen Belästigung erhoben. Roland Weißmann bestreitet diese Vorwürfe.

"Mein Mandant wurde vom Stiftungsrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass ihm von einer Mitarbeiterin unangemessenes Verhalten zu Beginn seiner Amtszeit als Generaldirektor (2022) vorgeworfen wird. Ihm wurde seitens des Stiftungsrates eine Frist von wenigen Tagen eingeräumt, um seinen Rücktritt zu erklären, obwohl mein Mandant die Vorwürfe bestritten hat und eine inhaltliche Überprüfung der Vorwürfe nicht erfolgte", erklärt Anwalt Oliver Scherbaum.

"Rücktritt um 11.45 Uhr"

Und weiter: "Meinem Mandanten liegt bis heute der von der Mitarbeiterin genau vorgebrachte Sachverhalt nicht vor, dennoch war er, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden, zu weitreichenden Zugeständnissen bereit und trat daher am Sonntag, 8. März 2026 um 11:45 Uhr mit sofortiger Wirkung von seiner Funktion als Generaldirektor zurück."

Die mediale Verbreitung der in keinster Weise aufgeklärten Vorwürfe stelle eine "völlig unangemessene und überschießende Reaktion" dar. Diese Vorgehensweise, wie auch eine allfällige Wiedergabe der Vorwürfe durch Dritte, "verletzen die Persönlichkeitsrechte meines Mandanten massiv und werden zu entsprechenden rechtlichen Schritten führen".

Für Roland Weißmann gilt die Unschuldsvermutung.

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 09.03.2026, 10:08, 09.03.2026, 10:00
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen