Der Streit zwischen der FPÖ und dem ORF geht in die nächste Runde: Bei einer Pressekonferenz am Montag prangerten die Blauen eine vermeintliche Privilegien-Praxis im Öffentlich-Rechtlichen und "Abzocke" mit der Haushaltsabgabe an.
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker und der von den Freiheitlichen entsandte ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler kritisierten u.a. die hohen Gagen am Küniglberg. Das Durchschnittsgehalt liege bei 100.000 Euro im Jahr. "Nur zum Vergleich – das durchschnittliche Jahreseinkommen in Österreich beträgt 40.000 Euro", so Hafenecker.
Hafenecker und Westenthaler warfen dem ORF zudem vor, für Führungen durchs Senderzentrum Eintritt zu kassieren. 166 Euro pro Schulklasse, bei Erwachsenen-Gruppen 280 Euro. "Das muss abgeschafft werden", forderte der blaue Stiftungsrat.
Nach den heftigen Vorwürfen reagierte ORF-Genereldirektor Roland Weißmann und wies sie "mit allem Nachdruck" zurück. "Die Behauptung, es gebe im ORF 'massive Malversationen', entbehrt jeder sachlichen Grundlage und stellt eine schwerwiegende Unterstellung gegenüber dem Unternehmen und seinen Verantwortlichen dar. Ich fordere Herrn Hafenecker ausdrücklich auf, derartige Aussagen künftig zu unterlassen", so Weißmann.
Der Generaldirektor betonte, dass der ORF strengen gesetzlichen Vorgaben, einer vielschichtigen internen und externen Kontrolle und einer Prüfung durch den Rechnungshof unterliege. "Pauschale Schlagworte und Polemisierungen wie 'Privilegienstadl', 'Zwangssteuerzahler', 'Zwangseintrittsgeld', 'Abzocke' oder der Vorwurf 'massiver Malversationen" leisten einer faktenfreien Skandalisierung Vorschub und können den wirtschaftlichen Ruf des ORF und das Vertrauen von Publikum, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Vertragspartnern ernsthaft beschädigen", sagte Weißmann.
Er erklärte sich bereit, Hafenecker im Rahmen eines persönlichen Gesprächs die Sachlage und die Faktenbasis zu den Vorwürfen detailliert zu erklären. "Sollten jedoch öffentlich kreditschädigende oder ehrverletzende Behauptungen über den ORF oder seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbreitet werden, werde ich im Interesse des Unternehmens und seiner Beschäftigten erforderlichenfalls auch rechtliche Schritte ergreifen", drohte der Generaldirektor.