Wiedereinstieg nach Krankheit

"Echte Chance": Ministerin erklärt neues Jobmodell

Schrittweise Rückkehr in den Job nach langem Krankenstand: Sozialministerin Schumann will Modell der Wiedereingliederungsteilzeit breit bekannt machen
Angela Sellner
13.02.2026, 05:00
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"Mit diesem Modell erhalten Menschen nach einer schweren Erkrankung eine echte Chance, unter gezielter Berücksichtigung gesundheitlicher Aspekte ins Berufsleben zurückzukehren“, erläuterte Sozial- und Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) vor Journalisten die Wiedereingliederungsteilzeit.

Wie es funktioniert:

Voraussetzungen sind ein bestehendes Arbeitsverhältnis und ein mindestens sechswöchiger Krankenstand. Und um die Wiedereingliederungsteilzeit in Anspruch nehmen zu können, muss vorher eine Beratung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch Experten des Präventionsprogramms fit2work (fit2work.at) erfolgen.

Arbeitszeit reduzieren

Die Arbeitszeit kann dann beim Wiedereinstieg in Absprache mit dem Dienstgeber um 25 bis 50 Prozent reduziert werden, für maximal neun Monate (regulär sechs Monate mit Option auf Verlängerung).

Im Schnitt werde die Wiedereingliederungsteilzeit für vier bis sechs Monate in Anspruch genommen, heißt es aus dem Sozialministerium. Die meisten Personen seien zwischen 45 und 54 Jahre alt – und die Mehrheit sind Frauen (55 Prozent).

Auch Teilzeitbeschäftigte können nach langem Krankenstand eine Wiedereingliederungsteilzeit vereinbaren. Allerdings gilt generell: Die Arbeitszeit muss nach der Reduktion noch mindestens zwölf Stunden in der Woche betragen und das monatliche Entgelt darf nicht unter der Geringfügigkeitsgrenze (551,10 Euro) liegen.

Krankenkasse zahlt dazu

Der Arbeitgeber entlohnt nur die geleisteten Stunden – das heißt, der Dienstnehmer bekommt das der Arbeitszeitreduktion entsprechende anteilige Entgelt. Als Einkommensausgleich erhält der Beschäftigte zusätzlich von der Krankenkasse ein Wiedereingliederungsgeld. Dieses entspricht dem erhöhten Krankengeld (60 Prozent der Bemessungsgrundlage) und wird anteilig entsprechend der Teilzeitregelung ausbezahlt.

Ein Beispiel: Ein Arbeitnehmer verdient 2.000 Euro monatlich; das erhöhte Krankengeld beträgt 1.200 Euro. Bei Reduktion der Arbeitszeit um 50 Prozent erhält er die Hälfte des bisherigen Entgelts und dazu 50 Prozent des Wiedereingliederungsgeldes. In Summe also1.600 Euro/Monat.

Eingeführt wurde die Wiedereingliederungsteilzeit schon 2017. Seither stieg die Zahl der Anträge stetig, so Schumann. Aktuell nehmen das Modell rund 6.000 Personen pro Jahr in Anspruch.

Info-Kampagne

Laut Sozialministerium sind knapp 90 Prozent der Personen, die eine Wiedereingliederungsteilzeit in Anspruch nehmen, ein Jahr danach weiterhin erwerbstätig. Und 70 Prozent kehrten wieder in Vollzeitbeschäftigung zurück. Auch nach fünf Jahren waren noch 75 Prozent in Beschäftigung – der Großteil des restlichen Viertels war dann bereits in Pension.

Ministerin Schumann will die Wiedereingliederungsteilzeit nun breiter bekannt machen. Sie hat eine Online-Kampagne zur Information über das Modell gestartet. Detaillierte Infos für Arbeitnehmer, Unternehmen, Ärzte werden auch auf der Website www.wiedereingliederungsteilzeit.gv.at geboten.

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