Gerhard Karner (ÖVP) setzt weiterhin voll auf Abschiebungen nach Afghanistan. Wie bereits im September des Vorjahres haben Beamte des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) nun eine Delegation der radikalen Islamisten in Wien empfangen. Diese haben seit dem Abzug der US-Truppen 2021 wieder die volle Kontrolle über das kriegs- und armutsgebeutelte Land am Hindukusch.
Das BFA wickelt in Zusammenarbeit mit der Fremdenpolizei die Abschiebungen ab. Bei dem aktuellen Treffen, das zu einem nicht näher genannten Zeitpunkt in dieser Woche abseits von Medienvertretern abgehalten wurde, wurde das weitere Vorgehen besprochen. Bereits in den vergangenen Monaten gab es bereits vereinzelt Abschiebungen afghanischer Straftäter aus Österreich. Fotos des Treffens wurden wie beim letzten Mal keine veröffentlicht.
Bei dem aktuellen Treffen habe es sich um ein "notwendiges Arbeitstreffen" gehandelt, erklärte das Innenministeriums auf Anfrage der Austria Presse Agentur (APA). Anders als beim letzten Besuch der Taliban im September 2025 gab es diesmal keine Begehung eines Gefängnisse (damals die Justizanstalt Simmering), um afghanische Staatsbürger zu befragen und identifizieren und Rückreisezertifikate auszustellen, berichtet dazu "Der Standard" online.
Das Ziel dieser Gespräche "war und ist auch in Zukunft klar: Verurteilte afghanische Straftäter weiter in ihr Heimatland abschieben“, hieß es in der Stellungnahme weiter. Das soll von Einzelfällen zum "Regelfall" werden, verwies man im Innenministerium auf frühere Aussagen Karners zu dem Thema.
Erst vor wenigen Wochen wurden die Abschiebezahlen des Jahres 2025 präsentiert. Demnach mussten im Vorjahr über 14.000 Straftäter und illegal Aufhältige Österreich verlassen – "so viele wie noch", wie der Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, damals stolz kommentierte.