Wie von "Heute" berichtet, hat sich am Dienstagnachmittag auf einer Baustelle in Wien-Alsergrund ein schweres Unglück ereignet. In der Porzellangasse sind bei Betonierungsarbeiten Teile eines Gerüsts und einer Verschalung eingestürzt. Mehrere Bauarbeiter wurden dabei unter Trümmern und flüssigem Beton begraben.
Für vier Menschen kam jede Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden. Ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt dem Rettungsdienst übergeben. Er wird weiterhin in einem Wiener Spital versorgt.
Nun schildert die Feuerwehr neue Details zum dramatischen Einsatz. So sollen sich die Bergungsarbeiten äußerst schwierig gestaltet haben. Der enge Innenhof erschwerte den Zugang zu den Verschütteten erheblich. Daher wurde die Alarmstufe rasch auf 2 erhöht und zusätzliche Spezialkräfte angefordert. Auch die Schallortungsgruppe sowie die Rettungshundestaffel des Katastrophenhilfsdienstes Wien kamen zum Einsatz.
Um überhaupt zu den verschütteten Arbeitern vordringen zu können, mussten zunächst mehrere Zugänge geschaffen werden. Zäune und Türen wurden entfernt, während Einsatzkräfte gleichzeitig begannen, die eingestürzten Gerüst- und Schalungsteile sowie Eisenarmierungen zu beseitigen. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem von Seilwinden und einem Turmdrehkran. Besonders aufwendig war das Entfernen des noch flüssigen Betons, das nur in mühsamer Handarbeit möglich war.
Nach und nach konnten zwei der verschütteten Bauarbeiter geborgen werden. Doch auch hier konnte der Rettungsdienst nur noch den Tod feststellen. Für die Bergung der beiden weiteren Opfer mussten zusätzliche verkeilte Trümmerteile gelöst und entfernt werden. Erst danach war es möglich, den mittlerweile erhärtenden Beton weiter abzutragen. Rund zweieinhalb Stunden nach Beginn des Einsatzes wurden schließlich auch die letzten beiden Vermissten tot geborgen.
Da zunächst unklar war, wie viele Personen sich tatsächlich auf der Baustelle befanden, suchten die Einsatzkräfte parallel weiterhin nach möglichen weiteren Verschütteten. Rettungshunde durchkämmten den gesamten Bereich – auch nach Abschluss der Bergungsarbeiten wurde der Trümmerkegel nochmals kontrolliert, um sicherzugehen, dass sich keine weiteren Personen darunter befanden.
Während des Einsatzes wurde die Porzellangasse großräumig für den Verkehr gesperrt. Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglücks hat das Landeskriminalamt Wien übernommen.
Nach rund drei Stunden konnte der Großeinsatz beendet werden. Insgesamt standen etwa 30 Fahrzeuge und rund 120 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr Wien sowie des Katastrophenhilfsdienstes Wien im Einsatz.