Gegen kurz nach 14 Uhr kam es im Innenhof eines Mehrparteienhauses in der Porzellangasse im 9. Bezirk zur Katastrophe. Während Betonierarbeiten im Zuge eines Dachgeschossausbaus gab die Konstruktion nach – das Gerüst samt Schalung brach zusammen, als sich fünf Arbeiter darauf befanden.
Tonnen von Beton und Bauteilen rissen die Männer mit sich in die Tiefe und begruben sie unter sich. "Die Bauarbeiter, die sich auf diesem frisch betonierten Konstrukt befunden haben, sind gemeinsam mit dem Gerüst abgestürzt", erklärte Feuerwehrsprecher Martin Hofbauer.
Ein Anrainer schilderte gegenüber der "Kronen Zeitung" die dramatischen Momente unmittelbar nach dem Einsturz: "Es war ein extrem lautes Rumpeln, dann habe ich nur noch gehört, wie die Bauarbeiter laut geschrien haben. Dann schrillten auch schon die Sirenen".
Binnen Minuten standen Feuerwehr, Polizei und Rettung im Einsatz – doch das Ausmaß der Tragödie wurde erst nach und nach klar. Mehr als 100 Einsatzkräfte kämpften sich durch ein gefährliches Trümmerfeld aus Beton, Staub und instabilen Bauteilen. Teilweise mussten Helfer sogar mit bloßen Händen graben, um zu den Verschütteten vorzudringen.
Zunächst keimte noch Hoffnung auf: Ein 45-Jähriger konnte nach rund 90 Minuten schwer verletzt geborgen werden. Er erlitt massive Kopfverletzungen, Brüche an den Armen und schwere Schäden an der Wirbelsäule. "Er wurde in den Schockraum eines Spitals gebracht", sagte Daniel Melcher von der Berufsrettung Wien.
Im Video: Baustellen-Katastrophe in Wien – Augenzeugen schockiert
Für vier weitere Arbeiter kam jedoch jede Hilfe zu spät – sie wurden unter den Betonmassen begraben und starben noch am Unglücksort.
Auch ein Kranfahrer wurde zum Zeugen des Dramas: Er musste in seiner Kabine ausharren und die Ereignisse aus der Höhe mitverfolgen. Erst am Abend wurde er von der Polizei heruntergeholt und befragt.
Warum die Konstruktion versagte, ist derzeit noch unklar. Polizei und Arbeitsinspektorat ermitteln, zahlreiche Zeugen – darunter auch der Kranfahrer – werden einvernommen.