Seit Dezember verschollen

Weiter kein Lebenszeichen – Wo ist Putins Top-General?

Seit über einem Jahr ist Waleri Gerassimow der Kommandant aller russischen Truppen in der Ukraine. Der General ist allerdings verschollen.

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Weiter kein Lebenszeichen – Wo ist Putins Top-General?
Um den Verbleib von Waleri Gerassimow ranken sich seit Wochen viele Gerüchte.
Telegram/Ria Novosti

Bald zwei Jahre schon dauert der Krieg in der Ukraine seit der russischen Invasion am 24. Februar 2022 an. Auf beiden Seiten sind die Zahlen der toten und verwundeten Soldaten seither in die Hunderttausende gestiegen, und die Aussicht auf diplomatische Lösungen oder militärische Durchbrüche sind klein.

Drittmächtigster Mann in Russland

Für alle russischen Truppen in der Ukraine ist seit gut einem Jahr General Waleri Wassiljewitsch Gerassimow verantwortlich. Mit der Ernennung zum Oberbefehlshaber ist Gerassimow nebst Wladimir Putin und dem russischen Verteidigungsministers Sergei Schoigu mit der mächtigste Mann in Russland und hat wie die zuvor genannten Personen auch Zugang zum Nuklearwaffenarsenal des Landes.

Der Chef des russischen Generalstabs erbte den Posten im Januar 2023 von Sergei Surowikin, der später im Zuge des Wagner-Coups in einem viel beachteten Video die Söldner dazu aufrief, ihre Revolte zu beenden, und später lange von der Bildfläche verschwand.

Während Surowikin später mit seiner Ernennung zum Leiter des Koordinierungsausschusses für die russische Luftabwehr scheinbar rehabilitiert wurde, gibt es zunehmend Spekulationen, dass auch dem jetzigen Oberbefehlshaber Gerassimow ein Schicksal widerfahren ist, das an die Sowjet-Zeiten unter Stalin denken lässt.

Denn Waleri Gerassimow zeigte sich zuletzt am 29. Dezember 2023 in der Öffentlichkeit, als er in der von Russland besetzten Region Donetsk Auszeichnungen an Soldaten verlieh. Nur wenige Tage später brodelte die Gerüchteküche um Gerassimows mögliches Ableben über.

Wurde Gerassimow bei Angriff getötet?

Stein des Anstoßes war ein ukrainischer Raketenangriff auf zwei Ziele auf der besetzten Krim-Halbinsel. Dabei wurden laut Angaben der Regierung in Kiew ein Kommandoposten nahe Sewastopol und ein Militärstützpunkt bei Jewpatorija getroffen – nähere Angaben machte die ukrainische Armee nicht.

Wenig später kursierten im Netz Berichte, laut denen Waleri Gerassimow bei dem Angriff auf der Krim getötet worden sein soll. Die angebliche Nachricht über das Ableben des Oberbefehlshabers der Kreml-Truppen in der Ukraine soll von einem russischen Telegram-Kanal gestammt haben, obwohl eben jene Nachricht im Original nicht auffindbar ist.

Aus russischen Staatsmedien verschwunden

Trotzdem kann bis heute nicht ausgeschlossen werden, dass der drittmächtigste Mann Russlands beim Angriff getötet wurde – das liegt in erster Linie an Moskau selbst. Denn während der Kreml in der Vergangenheit stets bemüht war, Berichte über das Ableben oder die Verhaftung von hohen Militärs mit Videos, Bildern und öffentlichen Auftritten zu widerlegen, hüllt man sich zu Gerassimow in Schweigen: Seit dem Auftritt vom 29. Dezember 2023 wurde der Oberbefehlshaber aller russischer Soldaten in der Ukraine weder gesichtet noch von Medien zitiert.

"Schweigen könnte bezeichnend sein"

Der pensionierte US-Oberst Jonathan Sweet bezweifelt zwar, dass Gerassimow tot ist – trotzdem sei es "merkwürdig", dass der Kreml nicht auf die Gerüchte um seinen Tod reagiert hat. "Das anhaltende Schweigen des Kremls könnte bezeichnend sein. Ist Putin besorgt, dass Kiew aktiv gegen sein Oberkommando vorgeht?", schreibt er in einem Kommentar in der "Kyiv Post".

Als es nach dem Wagner-Coup im Juni 2023 bereits Gerüchte um Gerassimows Absetzung als Oberkommandant gab, veröffentlichte der Kreml wenige Tage später ein Video vom General in der Ukraine. Dass solche Widerlegungen nun ausbleiben, befeuert die Spekulationen um Gerassimows Tod – schließlich schien sich die Situation in der Ukraine in den letzten Monaten wegen abnehmender Hilfe aus dem Westen zugunsten des Kremls zu wenden, auch wenn namhafte militärische Erfolge seitens Russland ausbleiben.

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