Weitere Patientin von Baby-Klinik in Lebensgefahr

Die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt leitet das Ermittlungsverfahren.
Die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt leitet das Ermittlungsverfahren.
Daniel Schreiner
Nach dem tragischen Tod einer Frau, die sich in einer Klinik den Kinderwunsch erfüllen wollte, schwebt eine weitere Patientin in Lebensgefahr.

Am Freitag verstarb eine Frau nach einem medizinischen Eingriff in einer Kinderwunsch-Klinik in Baden (NÖ). Zwei weitere Frauen wurden am gleichen Tag behandelt und liegen nun in Wien und Niederösterreich auf Intensivstationen. Wie die APA berichtet, befindet sich die Patientin im AKH in Lebensgefahr. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun unter anderem wegen grob fahrlässiger Tötung und fahrlässiger schwerer Körperverletzung.

"Wir bedauern dieses unglückliche Ereignis zutiefst und unterstützen die Behörden nach bestem Wissen und mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bei der Aufklärung. Selbstverständlich haben wir umgehend auch interne Untersuchungen eingeleitet, um der Ursache nachzugehen. Wir haben das gesamte Team einberufen und wollen jeden Schritt der Behandlungen im Detail nachvollziehen", sagte Dr. Nazira Pitsinis, die Leiterin des Wunschbaby-Instituts Baden.

Das sagt der Anwalt

Warum es zu den Problemen kam, ist noch unklar. Der Anwalt Paul Kessler vertritt den Anästhesisten, der an allen drei Eingriffen mitwirkte. Laut Kessler sei von einem Arzneifehler auszugehen, nicht von menschlichem Versagen. "Dass das Standardprozedere bei drei Fällen nicht stimmt, ist denkunmöglich", sagte er gegenüber der APA.

Wie die Presseagentur berichtet, wurden bei den drei Frauen am Mittwoch Follikel-Punktionen durchgeführt. Dabei werden Eizellen aus den gereiften Eibläschen entnommen. Die Komplikationen entwickelten sich erst, als die Patientinnen bereits wieder zu Hause waren.

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