"Welt Aids Tag": Politiker hissen Fahne am Rathausplatz

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr , gemeinsam mit Stadtrat Hacker am Donnerstag am Rathausplatz in Wien.
Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr , gemeinsam mit Stadtrat Hacker am Donnerstag am Rathausplatz in Wien.David Bohmann /PID
Am 1. Dezember treffen Politiker am Rathausplatz zusammen um gemeinsam die Red Ribbon Fahne zu hissen. Österreich setzt ein internationales Zeichen.

Seit 1988 wird der Welt Aids Tag jährlich am 1. Dezember begangen. Es ist ein Tag der Solidarität mit Menschen mit HIV und eine Erinnerung an Verantwortliche in Politik und Organisationen, dass die HIV-Pandemie weiterhin besteht.

Um 10 Uhr geht es los

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr, Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und das Team der WASt-Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten hissen deshalb am Donnerstag um 10 Uhr gemeinsam anlässlich des Welt-AIDS-Tages den Red Ribbon am Wiener Rathaus und setzen damit ein Zeichen gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen, die von HIV oder AIDS betroffen sind. 

"Bekämpft Aids, nicht Menschen mit Aids!"

Appell an alle Menschen in Wien

"Die Menschenrechtsstadt Wien setzt sich dafür ein, dass alle Menschen frei von Diskriminierung leben und arbeiten können – egal, ob sie HIV-positiv sind oder nicht. Der Red Ribbon als Zeichen der Solidarität am Wiener Rathaus drückt das deutlich aus und ist zugleich Statement und sichtbarer Appell an alle Menschen in Wien!“, sagt Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr.

"Auch im Gesundheitswesen gibt es Diskriminierung von Menschen auf Grund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Daher setzen wir als WASt im engen Dialog mit den Wiener Gesundheitseinrichtungen seit vielen Jahren auf intensive Bewusstseinsbildung und Schulungstätigkeit“, so Wolfgang Wilhelm, Leiter der WASt-Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten.

Stigmatisierung seit den 80ern

"Seit den 80er Jahren führt AIDS zu einer Stigmatisierung und Diskriminierung von einzelnen Personengruppen. Leider ist dies nach wie vor so. Lasst uns daher zusammen auch weiterhin gegen Stigmatisierung und Diskriminierung arbeiten“, appelliert Gesundheitsminister Johannes Rauch. "Das erfordert offene Kommunikation, mehr Aufklärung zu sicheren Verhütungsmitteln, ein niederschwelliges Testangebot sowie gute Versorgung bei Infektionen.“

AIDS-Hilfen Österreich

HIV-Tests werden kostenlos und anonym bei den AIDS-Hilfen Österreichs angeboten. Diese bestehen in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Oberösterreich und Wien. Zusätzlich sind Testungen ebenso bei praktischen Ärzten möglich. "Bei allen AIDS-Hilfen Österreichs wird unfassbar wichtige Präventionsarbeit geleistet. Sie tragen aktiv dazu bei, Stigmata abzubauen und gegen Diskriminierung zu bekämpfen. Zusammen leisten sie jeden Tag Großartiges für die sexuelle Gesundheit von so vielen Menschen. “Ich möchte mich daher bei allen Angestellten und Freiwilligen für ihr großes Engagement herzlich bedanken“, so Gesundheitsminister Johannes Rauch.

Auch Selbsttests möglich

Außerdem gibt es die Möglichkeit der HIV-Selbsttests, die rezeptfrei in der Apotheke (ca. 30 Euro) erhältlich sind. Ein positives Ergebnis mit dem Selbsttest bedeutet aber nicht zwingend eine positive HIV-Diagnose – hier ist eine Verifizierung mittels eines Labortests notwendig.

Ein wichtiger zu beachtender Aspekt beim Testen ist, dass HIV nicht isoliert, sondern in Zusammenhang mit anderen STIs (Sexually Transmitted Infection) zu betrachten ist. Daher ist ein umfassendes STI-Screening bei Verdacht auf eine HIV-Infektion ratsam.

Aktuelle Situation – national und international

Im ersten COVID-19-Pandemiejahr 2020 sank die Zahl neu gemeldeter HIV-Diagnosen national wie international im Vergleich zu den Vorjahren deutlich. Im Jahr 2021 verzeichneten viele Länder – darunter auch Österreich – einen Anstieg an HIV-Diagnosen im Gegensatz zum Vorjahr. Trotzdem sanken die HIV-Diagnosen in der Europäischen Region der WHO 2021 insgesamt um 24 % verglichen mit 2019.

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