Die menschengemachte Erderwärmung wird sich nicht mehr auf 1,5 Grad begrenzen lassen. Das geht aus dem neuen Bericht "Limiting Overshoot" des UN-Umweltprogramms (UNEP) hervor.
Demnach befindet sich die Welt aktuell auf einem Pfad, der zu etwa 2,6 Grad Temperaturanstieg im Vergleich zur vorindustriellen Zeit führen würde.
"Die sengende Hitze, die verheerenden Waldbrände und die tödlichen Überschwemmungen dieses Sommers sind eine Warnung vor dem, was uns bevorsteht", betonte UN-Generalsekretär Antonio Guterres bei der Vorstellung des Berichts in Nairobi.
Wie Utopia meldet, nennt der Bericht einen Pfad aus "Überschreiten, Höhepunkt und Rückgang" als beste verbleibende Option. "Wir müssen die Überschreitung so gering und so kurz wie möglich halten", forderte Guterres.
Im optimistischsten Szenario, wenn sehr schnell und umfassend reagiert werde, könne der Höchstwert auf 1,8 Grad begrenzt werden. Doch selbst dann seien schwere Schäden für Gesundheit, Ernährungssicherheit, Wasserversorgung, Städte und Wirtschaft zu erwarten.
"Jetzt ist es an der Zeit, unsere Klimaschutzbemühungen zu verstärken - und nicht, sie aufzugeben", mahnte UNEP-Exekutivdirektorin Inger Andersen. Der Aufbau von Anpassungsmaßnahmen dauere Jahrzehnte, darum müssten Pläne jetzt sofort entworfen und umgesetzt werden.
"Die Extreme dieses Sommers, bei noch nicht einmal 1,5 Grad, zeigen, was auf dem Spiel steht", sagte Mitautor Carl Schleußner von der Humboldt-Universität Berlin. "Wir können - und müssen - den richtigen Weg einschlagen", so Andersen abschließend.