Schock für die deutsche Ortschaft Euskirchen bei Bonn: Bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet ist am Freitag eine Weltkriegs-Bombe explodiert. Ein Mann starb, mehrere Personen wurden zum Teil schwer verletzt, wie ein Polizeisprecher berichtete.
Der Bagger war offenbar auf einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg geschlagen. Das Kriegsrelikt ging in die Luft und riss den Baggerfahrer dabei in den Tod. 13 weitere Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer, wie die Polizei berichtete.
"Gewaltige Druckwelle"
Der Baggerfahrer war bei dem Unglück in Euskirchen mit dem Umschichten von Bauschutt auf einem Gewerbegelände beschäftigt, als sich die Explosion ereignete. "Das war eine gewaltige Druckwelle", sagte Polizeisprecher Norbert Hardt. Der schwere Bagger wurde erheblich beschädigt, Autos in der näheren Umgebung demoliert. Scheiben barsten, Dachziegel wurden weggefegt. Noch 400 Meter weit habe es Schäden gegeben, sagte Hardt.
Experten vermuteten, dass eine Luftmine explodiert sei. Zwischenzeitlich hatte die Düsseldorfer Bezirksregierung es offen gelassen, ob es sich um eine Weltkriegsbombe handelt. Luftminen sollten im Krieg in größerer Höhe explodieren, vor allem um Dächer vor dem Abwurf von Brandbomben zu zerstören. Der Bauschutt in Euskirchen sollte sicherheitshalber nach weiterem Sprengstoff durchsucht werden.
Soziale Netzwerke dokumentieren Auswirkungen
Die Explosion der Bombe war laut Twitter-Usern noch in mindestens 15 Kilometer Entfernung zu hören. Auf einem Youtube-Video, das ein Mann zufällig im rund zwölf Kilometer entfernten Rheinbacher Wald aufgenommen hat, ist der Explosionsknall deutlich zu hören.
Ein Anrainer stellte ein . "Was ist da passiert?", fragt er sich, während er seine kleine Tochter zu beruhigen versucht.
Auch die Druckwelle hinterließ in einem großen Umkreis ihre Spuren. Im rund 25 Kilometer entfernten Bonn wackelten Wände und Fenster. Zahlreiche Menschen posteten auf Twitter Bilder von zersplitterten Fensterscheiben, Auto- und Schaufenstern.
— Frederik Schorn (@fredschorn)
Heftig, Scheibe einfach durch und weg.
— hauptstadtkult (@hauptstadtpolit)
75 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs stoßen Arbeiter bei Bauarbeiten immer noch auf nicht explodierte Bomben. Besonders im Rhein- und Ruhrgebiet in Deutschland, aber auch im Großraum Wien, beides Zentren der damaligen Rüstungsindustrie, werden immer wieder Kriegsrelikte entdeckt. In der Regel werden die Blindgänger aber bei systematischen Suchen rechtzeitig entdeckt, vor allem durch die Auswertung von Luftbildern.