Niederösterreich

Weltmeister Schlager vor Gericht: "War nur Sportler"

Im Multiversum-Betrugsprozess sagte heute niemand geringer als Tischtennis-Legende Werner Schlager (49) aus.
17.11.2021, 18:10

Im großrahmigen Betrugsprozess in Wien in der Causa „Multiversum Schwechat“ sagte am heutigen Mittwoch Tischtennis-Held Werner Schlager (49) als Beschuldigter aus: „Ich habe mich null mit Finanzierungsfragen oder Förderanträgen befasst. Ich war in erster Linie Leistungssportler.“

Idee von Schreiberling

Werner Schlager wäre nach dem WM-Titel 2003 in Paris halt Feuer und Flamme von der Vorstellung, sein Wissen in einer großen Halle an die Jugend weiterzugeben, gewesen. Ein "Schreiberling", ein ehemaliger Journalist und späterer Geschäftsparnter habe die Idee gehabt.

Laut Anklage soll Werner Schlager in der Folge politische Entscheidungsträger getäuscht haben: Eben dass die Tischtennis-Akademie rund 70 % der Mehrzweckhalle ausmache, um so mehr Förderungen zu bekommen. Das finanzielle Desaster hätte aber vor allem sein Partner, ein Ex-Jouranlist (fehlte krankheitsbedingt gestern), herbeigeführt.

Der Tischtennis-Profi selbst habe über Finanzierungen weder mit dem damaligen Bürgermeister Fazekas noch mit anderen Gemeindevertretern gesprochen: "Ich habe nur Gespräche geführt, wenn es um sportliche Belange ging", so der Tischtennis-Weltmeister.

"Zu wenig Tischtennis"

Schlager räumte aber ein: "Im Nachhinen hat es sicher zu wenig Tischtennis-Veranstaltungen gegeben. Statt der erhoffen 70 % vielleicht zu zehn Prozent."

Schlagers Akademie schlitterte 2015 in den Konkurs, das Multiversum wurde zum Millionengrab. Übrigens: Viele Schwechater verstehen bis heute nicht, warum die Anfang der 60er-Jahre errichtete Körnerhalle nie renoviert, aber wegen des Multiversums dann sogar abgerissen wurde.

Neben Schlager müssen sich weitere elf Angeklagte wegen Betruges verantworten. Urteile sollen im Februar 2022 erfolgen. Es gilt die Unschuldsvermutung

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