Nicht die Arbeit ist der Grund für wenig Schlaf

Stress, Überforderung, Ruhelosigkeit und private Belastungen - Jeder dritte Österreicher leidet unter Schlafstörungen. Und oft ist es die Schuld der Freizeit.
Fitness, Freunde, Familie, Dinnereinladungen, Kinobesuche, Veranstaltungen - Der Feierabend bedeutet für viele ein volles Programm an sozialen Aktivitäten. Und das auf Kosten des Schlafs.

Bei einer Umfrage der MedUni Wien, wo heimische Schlafgewohnheiten im Zentrum standen, gab die Hälfte der Befragten an, unter einem nicht erholsamen Schlaf zu leiden. Jeder dritte leide sogar unter Schlafstörungen. Zum Vergleich: 2007 waren es bei einer ähnlichen Umfrage nur sechs Prozent gewesen.

„Wer wach sein will, muss schlafen"



Die größten Schlafkiller sind fast immer psychischer Natur. Stress, Überforderung, familiäre und emotionale Belastungen, das Nicht-abschalten-können. Ein teuflischer Kreislauf, denn wer schlechter schläft, hat in Folge eine geringere Stressresistenz, Konzentrationsschwierigkeiten und eingeschränkte Funktionsfähigkeit, so Schlafforscher Stefan Seidel von der MedUni Wien gegenüber dem ORF. Der Forscher betont, dass es auf die Regelmäßigkeit ankommt. Mindestens drei Tage in der Woche sollte man versuchen, zur gleichen Zeit schlafen zu gehen. Dabei muss man sich auch sogenannte "Pufferzeiten" einrichten, die es dem Körper ermöglichen, zur Ruhe zu kommen.

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Schlaf nachzuholen geht auf Dauer nicht



Wer sich der Thematik des Schlafens nähert, nähert sich auch vielen Mythen. Man kann vorschlafen, aber scheinbar nicht nachschlafen, so eine aktuelle Studie der University of Colorado. Normale Werte hatten nur die Teilnehmer, die jede Nacht ausreichend schliefen. Bei weniger als fünf Stunden Schlaf erhöhte sich zudem das Diabetes-2-Risiko, weil eine höhere Insulinempfindlichkeit vorhanden ist. Auch kurz und effizient ist eine vorherrschende Fehleinschätzung. Noch zur Mitte des 19. Jahrhunderts war es üblich, den Schlaf in zwei Hälften zu teilen. Genauso halten sich die auseinander gehenden Meinungen die Waage über die Anzahl der Stunden, die letztendlich individuell zu sein scheint. Lediglich der Mittelwert beläuft sich auf etwa sieben Stunden.

(GA)

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