Fast alle Maßnahmen hebt die österreichische Bundesregierung in zwei Stufen auf. Ab 19. Februar wird fast überall von 2G auf 3G gewechselt, am 5. März gelten dann so gut wie keine Maßnahmen mehr – außer in Wien, das einen eigenen Weg geht. Damit springt Österreich auf den gleichen Zug wie viele andere Länder auf. Fast alle lockern aktuell, haben dies bereits getan oder werden es bald tun. Gründe dafür sind vielerorts sinkende Infektionszahlen und eine tragbare, stabile Spitalbelastung.
Das Land, das unter Kanzler Sebastian Kurz einen liberalen und vorsichtigen Kurs gefahren ist, hat in den letzten Wochen deutlich strengere Maßnahmen als andere Länder gehabt, bis hin zu einer allgemeinen Impfpflicht.
Nun will der amtierende Bundeskanzler Karl Nehammer aber die Maßnahmen schrittweise lockern. Ab nächster Woche gilt beispielsweise nicht mehr die 2G-, sondern die 3G-Regel in Restaurants. Auch die umstrittene Impfpflicht steht laut Insidern auf der Kippe. Spätestens am 5. März werden auch in Österreich alle Maßnahmen aufgehoben.
Am Mittwoch hob der Bundesrat fast alle Maßnahmen auf, bis auf die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr und in Gesundheitseinrichtungen. Diese Maskenpflicht soll noch bis Ende März bestehen bleiben. Ab 1. April soll laut Bundesrat eine Rückkehr in die Normalität erfolgen. In Einrichtungen und Betriebe wie Kinos, Theater und Innenbereiche von Restaurants sowie Veranstaltungen kommen die Besucherinnen und Besucher ab Donnerstag wieder ohne Zertifikat.
Weiter unterstehen Großveranstaltungen nicht mehr einer Bewilligungspflicht. Auch fallen die Einschränkungen privater Treffen weg. In Absprache mit dem Bundesrat werden auch die freiwilligen Kapazitätsbeschränkungen im Detailhandel und in den Seilbahnen aufgehoben. Für die Einreise in die Schweiz müssen zudem kein Impf-, Genesungs- oder negativer Test-Nachweis und kein ausgefülltes Einreiseformular mehr vorgelegt werden.
Auch unsere südlichen Nachbarn lockern langsam. Am vergangenen Freitag wurde die Maskenpflicht im Freien aufgehoben und Diskotheken durften wieder ihre Tore öffnen. Dank der hohen Impfquote von 85 Prozent will die Regierung spätestens im März den Green-Pass abschaffen. Ähnliches geschieht zurzeit in Frankreich und Spanien.
Ab dem 20. März soll ein Großteil der Corona-Beschränkungen entfallen. Das sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Mittwoch in Berlin nach Beratungen mit den Regierungschefs der Länder. Schutzmaßnahmen wie Maskentragen und Abstandhalten sollten aber erhalten bleiben.
"Wir können zuversichtlicher nach vorne schauen, als wir das in den letzten Wochen konnten", sagte Scholz. Er sprach von einem "ganz besonderen Tag" in der Pandemie. Deutschland sei im Vergleich zu Nachbarländern besser durch die Omikron-Welle gekommen. Der Scheitelpunkt sei mittlerweile wohl erreicht.
Schweden ist mit seinem liberalen Sonderkurs von Beginn der Pandemie weg aufgefallen. Mittlerweile sind aber auch andere Länder wie etwa England oder Dänemark dem Beispiel Schwedens gefolgt. Sie alle hoben teilweise bereits vor mehreren Wochen fast alle Maßnahmen auf. Lediglich die Einreisebeschränkungen sind noch in Kraft.
Ebenfalls auf Lockerungskurs sind die USA. Viele Bundesstaaten haben wegen sinkender Infektionszahlen beschlossen, gewisse Maßnahmen jetzt oder in der nahen Zukunft aufzuheben.
Trotz Rekord-Infektionszahlen hat das größte Land der Welt beschlossen, mit dem Lockern der Maßnahmen zu starten. Erst kürzlich wurde zum Beispiel die Kontaktquarantäne abgeschafft.
Auch in Südafrika sind Corona-Maßnahmen seit längerem Geschichte. Knapp einen Monat nach dem Omikron-Ausbruch wurden fast alle Restriktionen aufgehoben. Die epidemiologische Lage sei entspannt, wie die Regierung sagt. Dies sei unter anderem auf die breite Immunität zurückzuführen. Schätzungsweise 70 Prozent aller Südafrikanerinnen und -afrikaner haben eine Infektion durchgemacht.
Gegenläufige Tendenzen gibt es in dem Land, in dem das Coronavirus erstmals entdeckt worden ist. Die Volksrepublik fährt seit Beginn der Pandemie eine strikte Null-Covid-Strategie. Bei lokalen Ausbrüchen werden deshalb ganze Städte unter Quarantäne gestellt, Ausgangsbeschränkungen ausgesprochen und Massentests angeordnet. Jüngstes Beispiel ist etwa die Millionenmetropole Peking, die kurz vor den Olympischen Winterspielen total abgeriegelt wurde.
Die Regierung hat Mitte Jänner beschlossen, gewisse Maßnahmen zu lockern. Unter anderem gelten keine Zertifikatspflicht und keine Kapazitätsbeschränkungen an beispielsweise Veranstaltungen. Wegen der Größe vieler lateinamerikanischer Länder variieren die Maßnahmen je nach Region. Genauere Daten finden sich auf den entsprechenden Webseiten der örtlichen Regierungen.