Weniger Hirscher-Vakuum, aber drittschlechteste Saison

ÖSV-Aufsteigerin Katharina Liensberger
ÖSV-Aufsteigerin Katharina LiensbergerGEPA
Die Bilanz des Ski-Winters aus ÖSV-Sicht fällt zwiegespalten aus. Es ging bergauf, gab aber nur die drittschlechteste Saison in diesem Jahrtausend.

Es geht wieder bergauf. Nach dem Rücktritt von Marcel Hirscher und der schlechtesten Saison in diesem Jahrtausend schaffte das ÖSV-Team in diesem Winter eine Trendwende. Den Herren gelang das besser als den von Verletzungen gebeutelten Damen. Offensichtlich: Die ÖSV-Stars waren in diesem Winter vor allem dann da, wenn es zählte. "Heute" zieht Bilanz.

In 67 Weltcup-Rennen gab es zehn rot-weiß-rote Siege, acht bei den Herren (top mit Schweiz, Frankreich), zwei bei den Damen. Katharina Liensberger, Marco Schwarz (beide Slalom) und Vincent Kriechmayr (Super-G) sicherten sich kleine Kristallkugeln. Dieses Trio hatte auch bei der WM in Cortina d‘Ampezzo für die fünf Goldenen gesorgt.

Deutlich fiel zum zweiten Mal in Serie die Niederlage im Nationencup aus. 876 Punkte fehlten auf die Schweiz, wobei Österreichs Herren nur knapp den Kürzeren zogen - um 71 Punkte. Bei den Damen fehlten 805 Punkte. Elf verletzte Damen waren dafür ein Mitgrund. "Es waren keine Allerweltsverletzungen", sagt ÖSV-Coach Christain Mitter. "Im Jänner habe ich mir schon oft gedacht: Jede, die in Form kommt, ist zwei Wochen später mit einer acht- bis neunmonatigen Pause belegt. Das war schon hart. Aber wir müssen uns da durchkämpfen."

Schröcksnadel: "Platz zwei im Nationencup kann man verkraften."

ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel wollte die Pleite im Nationencup in seiner letzten Weltcup-Saison nicht überbewerten. "Das kann man verkraften." Viel lieber sprach der 79-Jährige über die Anzahl der Podestplätze, die gegenüber der Vorsaison von 30 auf 40 gesteigert wurde. Aber nur zum Vergleich: Im ÖSV-Traumwinter 1999/2000 gab es 107 Podestplätze und allein 40 Siege. Die aktuelle Saison war die drittschlechteste seit der Jahrtausend-Wende. 

"Wir haben eine gute Mannschaft und gute Trainer. Aber es braucht eine Zeit bis das dann greift. Vor allem nach Marcel Hirscher war ein Vakuum, da muss jeder seine Position finden", meinte Schröcksnadel nach dem Sieg von Manuel Feller im Slalom in Lenzerheide. "Man vergleicht immer mit früher, das ist schwer zu überwinden." 

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