Wenn dir das fehlt, droht dir schwere Corona-Erkrankung

Wissenschafter des Zentrums für Virologie der MedUni Wien erforschen das Coronavirus SARS-CoV-2. Symbolbild
Wissenschafter des Zentrums für Virologie der MedUni Wien erforschen das Coronavirus SARS-CoV-2. SymbolbildHANS KLAUS TECHT / APA / picturedesk.com
Unser Immunsystem bekämpft Coronaviren mit Killerzellen. Forscher haben jetzt herausgefunden, warum diese bei vielen Menschen zu versagen scheinen.

Eine Forschergruppe aus dem Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Elisabeth Puchhammer-Stöckl hat nun in Kooperation mit Ärzten aus der Klinik Favoriten entdeckt, wieso es bei manchen Menschen zu schweren Verläufen von Covid-19 kommt.

Kommt es zu einer Infektion, schickt unser Immunsystem natürliche Killerzellen, um die Virusvermehrung bereits in der Anfangsphase der Infektion zu bekämpfen. Auf ihrer Oberfläche haben die Killerzellen spezielle Rezeptoren, die infizierte Zellen zerstören können. 

Allerdings fehlt bei etwa 4 Prozent der Bevölkerung aufgrund einer natürlichen Gen-Variation der gegen das Coronavirus aktivierende Rezeptor NKG2C, bei rund 30 Prozent der Population ist der Rezeptor nur teilweise vorhanden.

In ihrer Studie, die kürzlich im Journal "Genetics in Medicine" erschienen ist, zeigen die Autoren, dass hospitalisierte Covid-19-Patienten signifikant häufiger diese Gen-Variation aufwiesen als Personen mit milden Verläufen.

Immunantwort schwächelte

"Besonders häufig war das Fehlen des Rezeptors bei PatientInnen, die mit Covid-19 auf Intensivstationen behandelt werden mussten, unabhängig von Alter oder Geschlecht", erklärt Puchhammer-Stöckl. Auch genetische Variationen an einer der spezifischen Oberflächenstrukturen (HLA-E) der infizierten Zellen seien mit der Schwere der Erkrankung assoziiert, "wenn auch in geringerem Ausmaß".

Mit ihrer Studie zeigen die Wiener Forscher die große Bedeutung der NK-Zell-Antwort im Kampf gegen SARS-CoV-2.

"Dieser Teil der Immunantwort könnte daher auch ein wichtiger Angriffspunkt für Medikamente sein, die dabei helfen könnten, schwere COVID-19-Erkrankungen zu verhindern", so die MedUni-Expertin abschließend.

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