Wenn Minecraft die Berufswahl beeinflusst

Philip Ainberger liebt es am Computer zu arbeiten.
Philip Ainberger liebt es am Computer zu arbeiten.heute.at
Vom Spieler zum Lehrling. Philip Ainberger begann mit dem Spiel Minecraft, nun macht er eine Lehre zum Applikationsentwickler.

Rund die Hälfte der Jugendlichen in OÖ macht zwar eine Lehre, aber: Viele Unternehmen und Firmen suchen trotzdem händeringend nach Lehrlingen. Wie spannend und abwechslungsreich eine Lehre sein kann und welche Chancen man hat, zeigt eine neue Serie von "Heute"  in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Oberösterreich.

Da sage noch einmal jemand, Computerspiele sind schlecht für Kinder und Jugendliche. Philip Ainberger (18) beweist das Gegenteil. Als Schüler war er begeistert von dem Spiel Minecraft. Dort kann man nach Lust und Laune bauen und entwickeln. Und man kann vor allem das Spiel verändern, modifizieren und man kann eigene Karten bauen.

"Ich habe viel herumprobiert und wollte dann eigentlich Spielentwickler werden. Ich wollte eigentlich in den HTL gehen, aber die Fahrerei von Freistadt nach Perg war mir nach einem Jahr zu viel, die Verbindung ist sehr schlecht", erzählt Philip. Deshalb entschloss er sich eine Lehre zu machen und landete so in Hagenberg (Bez. Freistadt) bei COUNT IT. Dort entwickelt man zwar keine Spiele, sondern individuelle Softwarelösungen für Unternehmen.

Zu den Hauptaufgaben der ApplikationsentwicklerInnen - Coding gehören das Programmieren/Codieren von Applikationen oder Applikationsteilen. Applikationen sind Computerprogramme, die der Lösung von technischen BenutzerInnenproblemen dienen. Die ApplikationsentwicklerInnen müssen bei der Erstellung solcher Applikationen besonderes Augenmerk auf eine spätere Änderbarkeit, Erweiterbarkeit, BenutzerInnenfreundlichkeit, Barrierefreiheit und natürlich auf die Kosten und Nutzen legen. (Quelle: berufslexikon.at)

Applikationsentwicklung - Coding nennt sich die Lehre, die Ainberger bald abschließt. "Ich tüftle gerne und arbeite mich durch Probleme, da ist die Lehre ideal, weil ich mich hier voll einbringen kann", sagt Ainberger. "Derzeit gehe ich in Richtung Automatisierung von verschiedenen Systemen".

Und das ist für den jungen Mühlviertler das Spannendste an seinem Beruf: "Man lernt jeden Tag etwas Neues dazu, weil es in der Softwareentwicklung so viel zu lernen gibt."

Hoher Anspruch an Lehrlinge

Weil gute Lehrlinge in dem Bereich rar gesät sind, wird bei COUNT IT ganz besonders auf die jungen Mitarbeiter geschaut. "Wir versuchen vor allem am Beginn die Lehrlinge sehr persönlich zu betreuen, um so auch die Grundlagen zu schaffen",  so Markus Szöky, IT-Leiter bei COUNT IT, der Philip selbst vier Monate betreute.

Bei der Auswahl der Lehrlinge ist Count IT sehr selektiv, die Bewerber werden auf Herz und Nieren geprüft und müssen sich durch ein Auswahlverfahren kämpfen. "Die Bewerber müssen da etwa eine Programmieraufgabe lösen", so Szöky. Der hohe Anspruch hat aber auch zur Folge, dass man um jeden Lehrling kämpfen muss. "Dafür haben wir aber auch eine sehr hohe Quote an Lehrlingen, die bei uns bleiben", so Szöky. 

Lehre ist Zukunft

Lehre bedeutet Zukunft, das unterstreicht auch WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: "Du kriegst einen Beruf mit Zukunft! Ausgebildete Fachkräfte sind extrem gefragt – heute und auch in der Zukunft. Eine Lehre ist der beste Start dafür." Deshalb ermutigt sie junge Menschen: "Raus aus der Schule, rein ins Berufsleben! Du suchst dir deinen persönlichen Lehrberuf aus – die Betriebe freuen sich auf dich. Du entscheidest damit selbst, was du tun willst und wie dein Leben weitergeht."

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