Schüler an den Herd! 18-Jährige eröffnen Pop-Up Lokal

Kathi (links), Moritz (Mitte) und Pius (rechts) sind Freunde, Klassenkameraden und Kollegen. Für ihr Pflichtpraktikum führen sie das Pop-Up Lokal "Die Boys & Marie" (City).
Kathi (links), Moritz (Mitte) und Pius (rechts) sind Freunde, Klassenkameraden und Kollegen. Für ihr Pflichtpraktikum führen sie das Pop-Up Lokal "Die Boys & Marie" (City).Helmut Graf
15 Wiener Gastro-Schüler haben das Restaurant „béla béla“ übernommen. Dort schupfen sie als Sommerpraktikum ihr eigenes Lokal "Die Boys & Marie".

Im Steigenberger Hotel Herrenhof in der Fahnengasse 1 (City) ist aktuell eine Schulklasse der Bergheidengasse zu Gast. Bis zum 28. August darf die Gruppe 18-Jähriger im Hotelrestaurant ihr Pop-Up "Die Boys & Marie" betreiben. Das Projekt haben die Junggastronomen im Corona-Sommer 2020 aufgezogen, nachdem sie ihre Ferialjobs verloren hatten. Denn: kein Praktikum, kein Abschluss. Beim Pop-Up sind sie von der Warenbestellung über die Buchhaltung bis zur Küche für alles selbst verantwortlich. Niemand ist der Chef des anderen, keiner nur ein Angestellter. "Mit der richtigen Einstellung und den richtigen Freunde, funktioniert das", sagt Schülerin Kathi. Wie gut sich das auf ihre Kochkünste auswirkt, hat "Heute" bei einem Lokalbesuch zu kosten bekommen.

Gekocht wird, was den Schülern Spaß macht

Für die kleine, aber ausreichend große Karte wurde keine eine genaue Küchenrichtung festgelegt: Gekocht wird Entenbrust genauso wie asiatische Bowls (vegan und vegetarisch) oder Bio-Burger aus Rind und Edelpilzen. Schön frisch schmeckt die handgemachte Salbei-Limetten-Pasta. Große Gourmet-Experimente erlebt man hier zwar nicht, doch alles ist auf den Punkt abgeschmeckt und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Die Schüler wissen genau was sie tun, auch wenn sie ihre Fachprüfungen erst im Juni gemeistert haben. Ab September heißt es dann noch die Matura hinter sich bringen.

"Man muss einen Schaden im Hirn haben"

Die Schüler bilden sich gegenseitig aus, die jüngste von ihnen ist 16 Jahre und macht hier ihr erstes Praktikum. Ausbilder und gleichzeitig Praktikant ist Moritz Pennetzdorfer. Er hat "die Boys & Marie" mitbegründet: "Mein erstes Praktikum war die Hölle. Die Arbeitsbedingungen und die Atmosphäre waren einfach schlecht. Der Beruf ist ein Knochenjob, der bis ins Mark geht, trotzdem habe ich eine Hassliebe für den Job. Um ihn zu machen, muss man einen Schaden im Hirn haben", erzählt Moritz. Der Umgang ist locker und obwohl das Team etwas wirr wirken kann, funktioniert die Zusammenarbeit. Geht doch mal etwas schief, ziehen die Schüler ihre Lehren. Zum Beispiel, dass man Bierfässer lieber nicht mit der U-Bahn abholt.

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