Wer Taylor Swift live sehen will, muss Album kaufen

Taylor Swift ist zurück - und bald wird sie auch wieder auf der Bühne stehen. Wer sie live sehen will, muss sich aber zuerst als würdiger Fan beweisen.

Da ist sie wieder, im Zentrum der Aufmerksamkeit: Taylor Swift hat über das Wochenende ein Comeback hingelegt, wie es vor ihr noch keine geschafft hat. Das Video zur Single "Look What You Made Me Do" hat den bisherigen 24-Stunden-Rekord pulverisiert: Mit 35 Millionen Klicks am Tag der Veröffentlichung überbot sie Adeles alte Bestmarke um 7,3 Millionen.

Inzwischen hat der Clip schon weit über 50 Millionen Views – mit einem durchschnittlichen Zuwachs von über einer Million pro Stunde. Auch auf Spotify, wo Swifts Musik erst seit zwei Monaten wieder verfügbar ist, setzt die 27-Jährige neue Massstäbe: 8 Millionen Mal wurde die Single in den ersten 24 Stunden abgespielt. Ed Sheerans Rekord toppt sie damit um 1 Million.

Nur wer Fanartikel kauft, darf auf Konzert

Das lässt zwei Rückschlüsse zu: 1. Taylor ist wahnsinnig beliebt. 2. Sie (beziehungsweise ihr Management) weiss genau, wie man erfolgreich Pop macht. Mit jedem neuen Fabelrekord klingeln im Büro Swift auch kräftig die Kassen.

Diese Vorteile spielt das Team um Taylor auch für den Ticketverkauf ihrer kommenden Tour aus. Swift hat ein neues System lanciert. Kurzfassung: Man kann seine Chancen auf ein Ticket erhöhen, wenn man ihre Fanartikel kauft oder auf Social Media etwas zu Swifts Tour, Album oder ihren Videos postet.

Je mehr solcher Boost-Aktivitäten man sammelt, desto höher steigt man in der Warteliste für die ausgewählte Konzertstadt auf. Anders gesagt: Wer mehr Geld ausgibt, kann Taylor eher live erleben. Dazu muss man sich auf ihrer Website registrieren – und auch die Handynummer hinterlassen. Wie das Ganze genau aussieht, sehen Sie in der Bildstrecke.

Swift könnte ihr Publikum nach Wunsch zusammenstellen

Offiziell will das Team von Taylor Swift damit vorbeugen, dass Tickets von Bots und Schwarzmarkt-Händlern abgestaubt und danach im Netz teuer weiterverkauft werden. Klar ist aber: Auf diese Art werden die Albumverkäufe zusätzlich markant in die Höhe gepusht.

Dazu werden auch wertvolle persönliche Daten gesammelt, mittels denen sich Swifts Marketingabteilung noch gezielter an die Fans wenden kann. "20 Minuten" hat sich auf der Seite angemeldet: Sekunden später klingelte schon das Telefon. Am anderen Ende der Leitung eine Roboterstimme aus den USA, die erklärte, was es als Nächstes zu tun gibt.

Für die Schweiz/Österreich noch keine Pläne

Musikexperten äussern sich kritisch: In letzter Konsequenz könnte Swifts Management nun sogar auswählen, wie das Publikum bei ihren Shows ideal zusammengesetzt ist – das grenzt an Diskriminierung. Für die Schweiz sind noch keine Konzerte von Taylor Swift angekündigt, der Anbieter Ticketmaster ist hierzulande auch noch nicht tätig.

Thomas Dürr, Geschäftsführer von Act Entertainment, einem der grössten Veranstalter des Schweiz, sagt zur neuen Swift-Methode:

"Dieses Angebot funktioniert nur bei einem Hype". Und den hat Taylor geschafft. Dürr fügt aber an: "Das Konzept scheint nicht langfristig ausgelegt zu sein". Heisst: Man kann Fans damit auch verärgern, was Gift ist für jeden Künstler.

In der Schweiz ist eine solche Praxis noch nicht abzusehen. Der Ticketmarkt sei zurzeit klar geordnet und sicher, sagt Dürr. Aber: "Mit Swifts Methode dürfte er unübersichtlicher werden. Es kommen neue Anbieter und Systeme auf - das bringt dem Schwarzmarkt Vorteile". (baf/20 Minuten)

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