Das Wort "Pandemie" ist altgriechisch und heißt soviel wie "im ganzen Volk verbreitet". Das ganze Volk heißt im Corona-Fall weltweit und unterscheidet zwischen Risikogruppen und dem Rest von uns. So kurz vor der Zulassung des ersten Impfstoffes im Kampf gegen Corona wird nun heftig darüber diskutiert, mit welcher Prioriät geimpft werden soll, um den größtmöglichen Nutzen innerhalb der Bevölkerung zu erzielen.
Eines ist unumstritten: Der Bedarf wird zu Beginn kaum zu stillen sein und die Frage, wer nun verzichten muss, ist ethisch und solidarisch schwer zu beantworten. Die sogenannte und gewünschte "Herdenimmunität" würde sich ja erst ab 70 Prozent einstellen:
Rechenbeispiel Deutschland:
Bei 1000 geimpften Personen pro Tag sind dennoch "nur" 21 Millionen Menschen nach einem Jahr geschützt. Bei einer Bevölkerungsdichte von ca. 83 Millionen wären wir hier erst bei ca. 26 Prozent. Es sollte demnach also keinesfalls willkürlich geimpft werden, sondern tatsächlich ein Plan verfolgt werden.
Naheliegend wäre natürlich, die Menschen aus den sogenannten Risikogruppen zuerst zu impfen. Das bedeutet, Personen ab 60 Jahren, mit Vorerkrankungen und Menschen die dem Virus besonders ausgesetzt sind, wie medizinisches Personal. Das dadurch allerdings auch für die Gesamtbevölkerung der größte Schutz entsteht, ist nicht gesagt.
Diverse Forscher, beispielsweise aus dem Fred Hutchinson Cancer Research Center aus Seattle, sind der Meinung, dass man mit einem hochwirksamen Impfstoff – und dazu würde der von Biontech gehören – besser die jüngere Bevölkerung zuerst impft, da diese stärker als Ältere zur Virusausbreitung beiträgt. Hier läge also die Priorität bei einem 25-Jährigen, der möglicherweise zehn weitere Menschen anstecken könnte, als bei einem 80-Jährigen, wo die Ansteckungsrate wesentlich geringer ausfällt. So würde man auch indirekt die Risikogruppen schützen.
Die deutsche "Stiko" (ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes) und der nationale Ethikrat baut in jedem Falle auf die Solidarität der Bevölkerung und bemüht sich für egal welche Entscheidung eine transparente und logische Begründung zu liefern.