Das FitTech-Startup hat es mit seinen digitalen Spinning-Bikes zum ersten Milliarden-Unternehmen der Branche geschafft. Doch jetzt hat sich Peloton selbst ein wenig ins Aus gestrampelt. Schuld daran ist ein Werbespot, der dem Unternehmen fast 850 Millionen Euro kostet.
Doch von Anfang an: Die Idee hinter Peloton ist denkbar einfach. Sie stellen Hometrainer her, die immer online sind und sich automatisch von zu Hause aus übers Internet in Spinning-Kurse weltweit dazuschalten. Der Vorteil: Man ist unabhängig, muss sich nicht nach bestimmten Trainingszeiten halten, spart sich Studio-Gebühren und kann dennoch ganz alleine gemeinsam Sport machen.
Aus der Idee ist ein acht Milliarden Euro bewertetes Unternehmen geworden, das es im Mai 2017 zum ersten Unicorn der FitTech-Branche schaffte und als das "Fitness-Netflix" galt. Zumindest solange, bis sie Ende November diesen 30-sekündigen Werbespot online stellten.
Was darauf folgte, war ein im erfolgsverwöhnten Unternehmen noch nie erlebter Shitstorm.
Viele User bezeichnen den Spot als "sexistisch", er bediene "klassische Rollenbilder" und sei "zukunftspessimistisch", "wie eine Folge von 'Black Mirror'" (düstere, aber erfolgreiche Science-Fiction-Serie auf Netflix, Anm.)
Die junge Frau im Werbespot sei bereits fit, merken viele User in den sozialen Medien an. Andere, wie die US-Komikerin Eva Victor, lieferten prompt ihre eigene Parodie des umstrittenen Hometrainer-Clips
Am Montag erreichten die Peloton-Aktien ein All-Time-High. Tags darauf sausten sie um mehr als 9 Prozent in den Keller - das macht, so rechnet der "Business Insider" vor, umgerechnet 850 Millionen Euro.
Auch wenn sich der Marktwert am Mittwoch wieder ein wenig stabilisierte, ist das Minus enorm. Dennoch: Peloton hält an dem Werbespot fest. Im Unternehmen glaubt man nicht, dass der Kurseinfall etwas mit dem Shitstorm in den sozialen Medien zu tun hat.
Hier sind noch einige Twitter-Kommentare und -Parodien zum Peloton-Clip: