Werden Mieten aufgrund der Corona-Krise teurer?

Die Corona-Krise hat enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft. Wie sieht die Entwicklung am Immobilienmarkt aus? Zusätzlich machen sich viele Menschen derzeit Sorgen, wie sie sich künftig die Miete leisten sollen.
Seit Jahren steigen die Mietpreise in Österreich. Auch 2020 hat für die Immobilienbranche gut begonnen, doch dann kam Corona. Transaktionen und Bauprojekte wurden verschoben oder abgesagt. Und wie genau es weitergehen wird, kann niemand sagen.

Stabile Entwicklung trotz Krise



Experten prognostizieren eine weltweite Wirtschaftskrise. Auch der Immobilienmarkt ist davon betroffen, allerdings dürften die Schäden nicht so groß ausfallen wie befürchtet.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Raiffeisen Immobilien, Österreichs größte Verbundmakler-Organisation, rechnet trotzt Corona-Shutdown mit einer weiterhin stabilen Entwicklung des heimischen Immobilienmarktes.

"Immobilien haben sich in der Vergangenheit sehr oft als harte und verlässliche Krisenwährung erwiesen. Und wir können davon ausgehen, dass es auch diesmal so ist", sagt Nikolaus Lallitsch, Sprecher von Raiffeisen Immobilien.

Preisanpassungen von Dauer und Schwere der Rezession abhängig



In bestimmten Segmenten wie z.B. Kleinwohnungen ist trotz Krise weiterhin mit Preissteigerungen zu rechnen. Hier machen sich die Vorzüge von Immobilieninvestments bemerkbar. Im Mietbereich könnte es jedoch - abhängig von Dauer und Schwere der Rezession - infolge sinkender Nachfrage zu Preisanpassungen kommen.

"Die Ungewissheit über die Dauer der Einschränkungen macht eine Prognose schwierig. Dennoch hoffen wir bei Kauf-Objekten auf eine rasche Erholung des Marktes", erläutert Peter Weinberger, Geschäftsführer von Raiffeisen Immobilien NÖ/Wien/Burgenland.

Aufgrund der Schwankungen bei Kreditzinsen wird die Wohnbaufinanzierung jetzt teurer. "Die Corona-Krise hatte anfänglich zu niedrigeren Konditionen geführt, jetzt steigen die Zinsen für Wohnkredite wieder etwas an", erklärt Andreas Luschnig, Leiter von Interhyp in Wien.

Auch bremst die Krise den Wohnungsbau. Baustellen wurden eingestellt, Material, Genehmigungen und ausländische Arbeiter fehlen. Zudem kommt es zu Verzögerungen auf den Baustellen, weil in den Behörden derzeit keine Baugenehmigungen bearbeitet werden können. Auch der Verkauf von fertigen Wohnungen ging aufgrund der Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung zurück.

Viele Mieter machen sich zudem Sorgen, wie sie aufgrund der Einschränkung künftig ihre Miete bezahlen sollen. Durch Auftrags- oder Jobverluste und Kurzarbeit wird es für viele Menschen knapp mit dem Geld.

Regierung schützt Mieter: Keine Delogierungen



In manchen Bundesländern gibt es dafür einkommensabhängige Wohnbeihilfen. Zusätzlich hat die Regierung im dritten Corona-Paket beschlossen, dass Mieter, die während der Corona-Krise von Kurzarbeit oder Jobverlust betroffen sind und sich deshalb die Miete nicht mehr leisten können, nicht delogiert werden dürfen. Die Nichtzahlung der Miete wegen der Corona-Krise ist kein Kündigungsgrund.

"Wohnen ist ein Grundrecht. Das gilt umso mehr in Krisenzeiten. Wir lassen es nicht zu, dass jemand vor die Türe gesetzt wird", erklärte Justizministerin Alma Zadic.

Die Mietrückstände können bis 31. Dezember zurückgezahlt werden, allerdings mit Verzugszinsen. Diese sind auf den gesetzlichen Zinssatz von vier Prozent beschränkt.

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