Vom Start-up-Himmel in die bittere Realität: Das Unternehmen WeWork galt einst als das wertvollste Start-up der USA, war das Paradebeispiel einer jungen Firma, die einen kometenhaften Aufstieg hinlegte.
Die Geschäftsidee des 2010 gegründeten Start-ups ist die Vermietung von gemeinsamen Büroflächen samt Office-Infrastruktur an Firmen, nach dem Konzept sogenannter Co-Working-Spaces. Durchaus mit stylischem und der Start-up-Kultur angemessenem Mehrwert: So floss aus den Wasserhähnen in den Büro-Küchen nicht nur Wasser, sondern auch Bier. Es gab Tischtennis- und Yoga-Räume für die Mitarbeiter, alles schick und hip.
Eine Zeitlang funktionierte es gut. WeWork-Mitgründer Adam Neumann forcierte eine rasante Expansion, auch außerhalb der USA. Sein Credo: WeWork steht für die neue Arbeitskultur, wird die Jobwelt revolutionieren. Am Höhepunkt brachte es WeWork auf eine Bewertung von stolzen 47 Milliarden Dollar. Damit war es das wertvollste US-Start-up und eines der am teuersten gehandelten weltweit.
Zuletzt hatte WeWork 660 Büro-Standorte in 119 Städten rund um den Globus. Allerdings: In der Pandemie verwaisten die Büros und nachher kehrten viele nicht aus dem Homeoffice zurück. Das Geschäftsmodell bröckelte - allerdings nicht erst nach Corona.
In den 13 Jahren seit seiner Gründung schrieb WeWork insgsamt 16 Milliarden Dollar Verlust. Ein für 2019 geplanter Börsengang geriet zum Mega-Flop. Nach dem Börsen-Debakel nahmen der japanische Milliardär Masayoshi Son und sein Softbank-Konzern, die bereits 29 % an WeWork hielten, noch einmal knapp 10 Milliarden Dollar in die Hand, um auf 80 % aufzustocken und Adam Neumann aus der Firma zu drängen. Nicht ohne dass sich Neumann noch eine 1,7 Milliarden Dollar schwere Abfindung rausschlug.
Im Jahr 2021 schaffte es WeWork doch noch an die Börse. Das half aber auch nichts. Der Einbruch am Büromarkt nach Corona gab dem Unternehmen den Rest. Die Aktie krachte ins Bodenlose - der Unternehmenswert stürzte auf 44 Millionen Dollar ab. Es war nur noch eine Frage der Zeit - und in der Nacht auf Dienstgag stellte WeWork dann den erwarteten Insolvenzantrag.
Auch im Scheitern zeigt sich WeWork allerdings überdurchschnittlich. Tatsächlich wurde eine Fernsehserie über den Fall des Unternehmens gedreht: "WeCrash" lautet der Titel. Produziert vom Streaming-Riesen Apple TV.