In den Orten am Kamp in Niederösterreich bereitet man sich auf ein 100-jähriges Hochwasser vor. Besonders zuspitzen dürfte sich die Lage gemäß "Heute" vorliegenden Informationen Sonntagabend und in der Nacht auf Montag.
Die Behörden haben für den Ernstfall mit Planungen zur Evakuierung in Gars und Hadersdorf begonnen. Prognosen gehen 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus. Auch die Thaya steigt derzeit massiv an. Hochwasser führen auch Erlauf, Großer Erlauf, Traisen und Ybbs.
Mit Sorgenfalten blickt man auch im Marchfeld gen Himmel: An der March prognostizieren die Meteorologen ein Hochwasser, das statistisch gesehen alle 30 Jahre eintritt.
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betont nach einer Lagebesprechung: "Die kommenden Stunden werden für den Hochwasserschutz die Stunden der Wahrheit und für unsere Einsatzkräfte und zahlreiche Landsleute zu einer massiven Belastungsprobe. Ich bitte alle Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher in den betroffenen Regionen sich auf weitere Niederschläge und steigende Hochwasserstände einzustellen und vorzubereiten, achtsam zu bleiben und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten."
Und weiter: "Gerade im Waldviertel erwarten wir Herausforderungen in historischer Dimension. Ich danke dem Landesführungsstab unter der Leitung von Stephan Pernkopf, allen Einsatzkräften und freiwilligen Helfern, die alles für die Sicherheit unserer Landsleute unternehmen."
Für die nächsten 48 Stunden sind weitere Niederschlagssummen von bis zu 230 Millimeter vorhergesagt. Dementsprechend ist auch mit einem raschen und deutlichen Anstieg der Wasserführung in sämtlichen Gewässern zu rechnen. Dazu kommen orkanartige Windböen. Für die Donau bedeutet das laut aktuellen Prognosen ein HQ20 bis 30. An den südlichen Zubringerflüssen ist ein HQ30 und örtlich darüber möglich. Im Waldviertel muss mit bis zu HQ100 gerechnet werden, am Kamp punktuell auch darüber hinaus.
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Einsatzorganisationen bereiten sich gemeinsam mit den Bezirkshauptleuten und Gemeinden - dort wo sie notwendig werden könnten - auf Evakuierungen vor und informieren die Bürgerinnen und Bürger dementsprechend. Die betroffenen Gemeinden in den Bezirken Zwettl, Horn, Krems und Tulln werden entsprechend zum Katastrophengebiet erklärt werden. Die Feuerwehr baut den mobilen Hochwasserschutz auf und schützt kritische Infrastruktur, steht mit zwei KHD (Katastrophenhilfsdienst)-Zügen und sämtlichen Bezirksstäben im Einsatz, zusätzlich stehen Großpumpen zur Verfügung.
Samstagmittag erhält auch Bundeskanzler Karl Nehammer – er hat eigens seinen Wahlkampf unterbrochen – vom Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM) im Innenministerium ein Update über die Unwetterlage.