Sintflut-Regen bringt bis zu 100 Liter pro Quadratmeter

Kumulierte Regenmenge von Montag bis Dienstag (3./4. August 2020)
Kumulierte Regenmenge von Montag bis Dienstag (3./4. August 2020)UBIMET
Erst treibt uns die Hitzewelle den Schweiß auf die Stirn, dann steht uns das Wasser bis zum Hals: Extremer Starkregen bringt regional bis zu 100 l/m².

Das zuletzt wetterbestimmende Hoch "Claws" verlässt uns am Sonntag, die von Westen aufziehende Kaltfront von Tief "Ellen" sorgt für einen gewittrigen Wochenausklang – schon am Samstag hatten Unwetter eine Spur der Verwüstung in Vorarlberg und Tirol hinterlassen. Nach Angaben der Wetter-Experten der UBIMET beginnt die neue Woche mit teils extremen Regenmengen. Bis zu 100 Liter pro Quadratmeter sind ihrer Prognose zufolge in den Nordalpen möglich.

Die (Un)wetter-Prognose im Detail

Gewittriger Sonntag

Am Sonntag folgt die Wetter-Watsche auf die Hitzewelle: Von Vorarlberg bis Oberösterreich und Oberkärnten bereits aus der Nacht heraus Schauer und Gewitter möglich, bis Mittag breiten sie sich auf das gesamte Berg- und Hügelland aus.

"Am Nachmittag muss man schließlich in weiten Teilen Österreichs mit Schauern und Gewittern rechnen, einige davon können kräftig ausfallen und lokal bereits große Regenmengen in kurzer Zeit bringen", prognostiziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale UWZ.

"Trocken bleibt es bis zum Abend noch vom Weinviertel bis in die südliche Steiermark, doch im Laufe des Abends, spätestens jedoch in der Nacht auf Montag wird es mit einer Kaltfront auch hier gewittrig." Diese bringt auch einen Temperatursturz mit sich.

Regen im Großteil des Landes

Die neue Woche beginnt aus heutiger Sicht verbreitet mit Regen. Dieser fällt lokal kräftig aus und ist vor allem im Westen und Süden auch gewittrig durchsetzt.

"Tagsüber zieht voraussichtlich der erste Schwall Regen nach Nordosten ab, es bleibt aber landesweit wechselhaft mit teils kräftigen Schauern", so der Meteorologe. "Im Laufe des Nachmittags und Abends intensiviert sich dann der Regen von Italien her neuerlich und erfasst den Großteil des Landes." Von West nach Ost klettern die Temperaturen nur auf maximal 17 bis 26 Grad.

Prognose des aufsummierten Niederschalgs nach dem ECMWF-Modell über 24h bis Dienstagvormittag
Prognose des aufsummierten Niederschalgs nach dem ECMWF-Modell über 24h bis DienstagvormittagUBIMET, ECMWF

Dienstag trockener, aber kühl

Am Dienstag regnet es zunächst noch entlang der gesamten Alpennordseite sowie im Norden und Osten länger anhaltend und in der Früh auch noch kräftig. Im Laufe des Vormittag geht der Regen mehr und mehr in Schauer über, es gibt dann also auch schon längere trockene Phasen.

Zum Abend hin trocknet es meist wieder ab, letzte Schauer in den Nordstaulagen fallen in den Abendstunden in sich zusammen. Von einzelnen Schauern abgesehen trocken verläuft der Dienstag schon in den leicht föhnigen Regionen von Osttirol bis ins Burgenland. Es wird mit maximal 14 bis 22 Grad sogar noch frischer als am Vortag.

Punktuell 100 Liter Regen in den Nordalpen

In Summe zeichnen sich am Montag und Dienstag im Großteil Österreichs Regenmengen von zumindest 30 bis 50 l/m² an. Etwas weniger Regen dürfte im äußersten Osten und Südosten sowie von der Silvretta bis zu den Zillertaler Alpen fallen.

Beachtliche Regenmengen von 50 bis 80 l/m² kündigen sich dagegen an der Alpennordseite vom Bregenzerwald bis zum Mostviertel ab, lokal sind in den Staulagen (z.B. Salzkammergut) auch bis zu 100 l/m² möglich!

➤ Diese Mengen können zumindest lokal für Behinderungen durch Überflutungen oder Muren sorgen – insbesondere dort, wo es am Sonntag durch Gewitter womöglich schon kräftiger geregnet hat.

Auf Regen folgt Hoch

Ein Lichtblick in der dicken Wolkendecke: das Sauwetter ist ab Mittwoch wieder Geschichte, die zweite Wochenhälfte präsentiert sich nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale nämlich überwiegend sonnig und zunehmend warm.

Ein Hoch versorgt uns mit jeder Menge Sonnenschein, obwohl am Mittwoch im Südosten noch einige Wolken und einzelne Schauer mitmischen können. Die Temperaturen steigen nach dem Tiefpunkt am Dienstag wieder deutlich an, meist liegen die Höchstwerte dann zwischen 25 und 30 Grad.

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