Darum laufen WhatsApp jetzt Millionen Nutzer davon

Wer dem nicht zustimmt, wird WhatsApp wohl nicht mehr benutzen können.
Wer dem nicht zustimmt, wird WhatsApp wohl nicht mehr benutzen können.Getty Images
WhatsApp ändert seine AGB und löst damit einen Massen-Exodus der Nutzer aus. Diese drei Chat-Apps verzeichnen nun einen riesigen User-Ansturm.

Letzte Woche hat WhatsApp neue Nutzungsbedingungen ausgegeben – diesen muss man zustimmen, oder man wird gesperrt. Dadurch haben sich viele User plötzlich Gedanken über den Schutz ihrer privaten Daten gemacht. Denn auch wenn die Daten der User in Europa vorerst noch privat bleiben, gibt es keine Garantie, das WhatsApp diese Informationen in Zukunft nicht irgendwann mit dem Mutterkonzern Facebook zu teilen beginnt.

Massen an Usern sind deshalb in den letzten Tagen von WhatsApp zu anderen Messenger-Diensten abgewandert. Diese Apps, die dafür bekannt sind, die Privatsphäre der Nutzer zu wahren, haben davon am meisten profitiert:

1Telegram

Die Nutzerzahlen der Chat-App Telegram wachsen schon seit Monaten. Dies sei nicht verwunderlich, findet der Telegram-Gründer und -CEO Pavel Durov laut dem "Business Standard". Man habe seit längerem einen Zuwachs in der Anzahl der User beobachten können, dieser sei durch die WhatsApp-Ankündigung aber nochmals größer geworden, so Durov. Auch der offizielle Telegram-Twitter-Account amüsierte sich über die Reaktionen der User zu den neuen WhatsApp-Regelungen.

Telegram ist WhatsApp äußerst ähnlich. So verfügt es über alle Funktionen, die auch von WhatsApp bekannt sind, hat aber noch einige weiter Funktionen wie Polls, Quizze, Hashtags und Bots, die in den Chats verwendet werden können.

Lange Zeit galt es als eine äußerst sichere App, was die Privatsphäre seiner Nutzerinnen und Nutzer angeht. Im November 2020 veröffentlichte Heise.de allerdings eine Analyse, die das Gegenteil behauptet.

Telegram meldete 25 Millionen Neuregistrierungen innerhalb von drei Tagen.
Telegram meldete 25 Millionen Neuregistrierungen innerhalb von drei Tagen.Screenshot

So soll die App unter anderem alles, was getippt wird, an den Telegram-Server liefern, bevor es überhaupt abgeschickt wird. Tatsächlich kommt der Autor des Texts zum Schluss, dass WhatsApp sogar sicherer als Telegram sei, was die privaten Daten der User angehe. Allerdings hat man bei Telegram die Möglichkeit, einige Privatsphäre-Settings in den Einstellungen manuell anzupassen.

Telegram ist gratis im Play Store und App Store erhältlich.

2Signal

Eine zweite App, die vom wachsenden Misstrauen der Nutzer gegenüber WhatsApp profitieren kann, ist Signal. Auch diese App wirbt damit, ihren Usern einen hohen Grad an Privatsphäre zu garantieren. In der Twitter-Beschreibung des Unternehmens steht nur: "Sag hallo zu Privatsphäre."

Dies scheint viele Leute angelockt zu haben. Denn kurz nachdem WhatsApp seine neuen AGB angekündigt hat, war das Verifizierungs-System von Signal überlastet, wie über Twitter kommuniziert wurde. Das Problem sei mittlerweile aber wieder gelöst, heißt es.

Auch die Signal-App schaffte es vorübergehend auf den Platz 1 der Download-Charts der Messaging-Apps in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Österreich, Deutschland und der Schweiz:

Auch Signal ist gratis im Play Store und App Store zu finden.

3Threema

Threema ist eine Messaging-App, die im Jahr 2012 in der Schweiz gestartet wurde. Wie das Unternehmen meldet, hat die Ankündigung der neuen WhatsApp-AGB bei Threema eine regelrechte Nutzer-Explosion ausgelöst. Seit Freitag verzeichnet die App nämlich eine Vervierfachung der täglichen Downloads. Threema ist zudem in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich auf Platz 1 der Chat-Apps der Bezahl-Apps angestiegen.

Bei Threema wird viel Wert auf die Privatsphäre der Nutzer gelegt: "Ziel unserer App ist es, den Missbrauch von User-Daten von Seiten von Unternehmen oder staatliche Überwachung zu verhindern", heißt es dort. Die Nachrichten, die über die Chat-App verschickt werden, sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Bis Jänner 2020 zählte die App rund 8 Millionen Nutzer aus der ganzen Welt.

Ein weiterer Vorteil, den Threema mit sich bringt: Für die App müssen keinerlei persönliche Informationen preis gegeben werden. Es wird nicht einmal eine Handynummer benötigt.

Zwar können freiwillig Informationen wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder die Kontaktliste mit der App verknüpft werden, die Daten werden aber stets in Form eines Hashs übertragen und sofort nach der Synchronisation wieder vom Server gelöscht. Threema ist seit Ende 2020 Open Source. Die App kann also von allen analysiert werden, um Lücken und Schwachstellen zu finden.

Die App ist im Play Store und App Store für knapp 4 Euro erhältlich.

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