WHO erkennt Gaming-Sucht als Krankheit an

(Symbolbild) Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt Gaming-Sucht in den Katalog anerkannter Krankheiten auf.
(Symbolbild) Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt Gaming-Sucht in den Katalog anerkannter Krankheiten auf.Bild: iStock
Die Weltgesundheitsorganisation nimmt Gaming-Sucht in den Katalog der anerkannten Krankheiten auf. Porno-Sucht könnte bald folgen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihren Katalog anerkannter Krankheiten erweitert. Die Liste mit dem Namen "ICD-11" umfasst nun auch Online-Gaming-Sucht. Künftig könnten womöglich auch Pornosucht oder Social-Media-Abhängigkeit eine diagnostizierbare Krankheit werden, meint ein Psychologe der Uni Ulm.

Gibt es Internet- oder Smartphone-Abhängigkeit? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Psychologe Christian Montag seit mehr als zehn Jahren. Dabei handelt es sich um ein durchaus "kontroverses Thema", das die Forscher spaltet. Dass die WHO nun Online-Spielesucht als Krankheitsbild anerkannt hat, könnte der Diskussion neuen Anstoß geben.

"Anhaltendes und wiederkehrendes Gaming-Verhalten"

Die WHO definiert Gaming-Sucht als "charakterisiert durch ein Muster anhaltenden und wiederkehrenden Gaming-Verhaltens ('digitales Spielen' oder 'Videospielen'), dieses kann sowohl online (etwa über das Internet) als auch offline sein".

Ähnliches Verhalten, das sich anstatt auf Videospiele etwa auf Social-Media- oder Porno-Konsum bezieht, könnte nun möglicherweise ebenfalls als Krankheit anerkannt werden, meint der Psychologe laut "krone.at".

Wie oft Tagesablauf für Online-Nutzung unterbrochen wird

Einige neurowissenschaftliche Untersuchungen zeigen bereits, dass etwa bei Gaming- oder Social-Media-Sucht im Gehirn ähnliche Prozesse ablaufen wie bei Substanzabhängigkeiten.

Entscheidend für negative Auswirkungen auf den Alltag sei, wie oft der Tagesablauf für den Online-Konsum unterbrochen wird. In einer Studie mit rund 100 Studenten kam man auf durchschnittlich immerhin rund 50 Unterbrechungen pro Tag. Das bringe auch Probleme in der Produktivität im Beruf mit sich, führte der Forscher ins Treffen.

Online-Plattform soll aufklären

Mit der Online-Plattform "smartphone-addiction.de" möchte der Forscher Einblick in die Suchtgefahr beim Smartphone geben. Außerdem bietet die Website die Möglichkeit, das eigene Nutzungsverhalten im Vergleich zu anderen zu prüfen. Mittlerweile hat die Plattform rund 4.000 Nutzer. (red)

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