Die "Veilchen" sitzen nach wie vor auf einem Schuldenberg von 64,4 Millionen Euro, Trotzdem waren die Wiener zuversichtlich, nach zwei Lizenz-Zitterjahren in Folge die Spielgenehmigung für die kommende Saison schon im ersten Anlauf zu erreichen. Doch der Senat 5 der Bundesliga hat ein Kooperationsübereinkommen, das als Absicherung für Budgetausfälle gedacht war, nicht anerkannt. Deshalb wurde die Lizenz zum dritten Mal in Folge verweigert, zum Missfallen der sichtlich verärgerten Austria-Bosse. Bis zum 21. April muss nun ein Protest eingebracht werden.
Die Lizenzentscheidung der Bundesliga kommt freilich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – vier Tage vor dem richtungsweisenden 339. Wiener Derby beim Erzrivalen Rapid. Dass die Vorbereitung damit gestört wurde, ist den Austria-Bossen bewusst.
"Wir haben es der Mannschaft natürlich vorab mitgeteilt. Die Mannschaft hat generell schon viel Charakter beweisen, wie sie mit diversen Geschehnissen in der Saison umgegangen ist. Dafür habe ich mich auch gestern wieder bedankt", erzählte Austria-Sportdirektor Manuel Ortlechner, der die Mannschaft über die vorläufige Lizenzverweigerung informierte. "Wir haben eine sehr charakterstarke Mannschaft, wir haben Jungs, die viel Geduld mitbringen, auch wenn es um Vertragsverlängerungen geht. Das zeigen sie auch in dem, wie sie gestern reagiert haben. Ich bin überzeugt, dass sie sich das alles am Sonntag nicht anmerken lassen. Jeder einzelne, der hier ist, versteht die Situation und kann sie meistern", fügte der 43-Jährige an.
Coach Michael Wimmer gab derweil auch einen Einblick in die Kabine. "Klar war das ein Thema in der Mannschaft, das kann man ehrlich sagen. Es war auch ein Thema im Trainerteam. Nichtsdestotrotz geht es um Sport, um ein geiles Derby am Sonntag. Darauf wollen wir uns voll fokussieren. Man kann nur stolz sein, was die Mannschaft weggesteckt hat. Die Mannschaft ist intakt, ist top", so der Deutsche.
"Bis gestern war es kein Thema. Aber jetzt geht es um den Sonntag. Es ist ein Derby, auch von den Punkten her ein wichtiges Spiel. Die Mannschaft hat gegen Salzburg top performt, deswegen gehen wir mit einer breiten Brust in das Spiel", fügte Wimmer an.