Politik

Wie Kanzler Kurz Strache die Wähler abjagen will

Bemerkenswerte Worte kamen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag in der ZIB2 zu seinem Vizekanzler, warb um seine Wähler.
Heute Redaktion
13.09.2021, 17:07

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hatte kürzlich mit seinem "Bevölkerungsaustausch"-Sager Aufsehen erregt. "Der Begriff erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit in der extremen Rechten – neben bedeutungsidenten Begriffen wie 'Umvolkung', 'Überfremdung' oder 'Ethnomorphose'", sagt Rechtsextremismus-Experte Bernhard Weidinger vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW).

"Sachlich unrichtig"

An der FPÖ hagelte es im Anschluss von allen Seiten Kritik – und nun zog auch Kanzler Kurz im ORF nach. Er stellte klar, dass er den von Strache verwendeten Begriff ablehne: "Es ist etwas, was mir nicht gefällt, ein Wort das ich ablehne und das ich für sachlich unrichtig halte." Der Begriff sei zudem ein "Wort der Rechten in Europa" und es "impliziert, dass es einen Austausch gibt, was nicht richtig ist".

Straches Wähler angesprochen

Kurz ging aber noch einen Schritt weiter, und warb offen um die Wähler seines Koalitionspartners. "Wir sind im Wahlkampf: Ich lade Sie, aber auch alle Zuschauer ein: Wer eine Partei wählen möchte, die dieses Wort nicht verwendet, aber entschlossen gegen Massenmigration ist, der kann die ÖVP wählen", so der Kanzler. Lob gab es aber für die Abgrenzung Straches zum "Rattengedicht" und den rechtsextremen Identitären.

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