Wie Konzerne die Klima- und Plastikkrise befeuern

Seit China den Import von Plastikmüll verboten hat, haben Länder in Südostasien eine erhöhte Menge an Plastikmüll akzeptiert - mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur.
Seit China den Import von Plastikmüll verboten hat, haben Länder in Südostasien eine erhöhte Menge an Plastikmüll akzeptiert - mit verheerenden Folgen für Mensch und Natur.
© Greenpeace
Öl- und Gaskonzerne setzen vermehrt auf das Kunststoff-Geschäft. Umweltschützer warnen vor einer Scheinlösung.

Vor dem Hintergrund der globalen Klimakrise geraten Öl- und Gaskonzerne immer mehr unter Druck, ihr Geschäftsmodell zu verändern. Doch anstatt eines Ausstiegs aus fossilen Rohstoffen setzen viele vermehrt auf Plastik - das zeigt eine neue Analyse der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Laut Industrieprognosen soll sich die Plastikproduktion verglichen mit 2015 bis 2030/35 verdoppeln und bis 2050 verdreifachen. Die Folgen wären steigende Umweltverschmutzung und ein Anstieg an Treibhausgasemissionen.

Der größte Faktor sind Einweg-Plastikverpackungen, die schon jetzt mehr als die Hälfte der weltweiten Plastikmüllmenge verursachen. Mit Borealis, Alpla und Greiner beheimatet Österreich drei Unternehmen, die Weltkonzerne wie Coca-Cola, Unilever oder Nestlé mit Plastikverpackungen versorgen. Um Klima, Umwelt und die Gesundheit von Menschen zu schützen, fordert Greenpeace einen Produktionsstopp für Einweg-Plastikverpackungen, den Stopp von Subventionen für fossile Brennstoffe und strengere Verbote für den internationalen Plastikmüllhandel.

Zu den weltweit größten Umweltverschmutzern gehören Coca-Cola, PepsiCo und Nestlé. Sie zählen auch zu den größten Klimasündern der Welt. 99 Prozent des Kunststoffs werden aus fossilen Brennstoffen wie Fracked Gas und Öl hergestellt, d.h. von der Gewinnung über die Veredelung, Herstellung, den Transport, die Entsorgung bis hin zum Abfall heizt die Plastikindustrie den Klimawandel weiter an.

Umdenken im Kunststoffsektor gefordert

Auch die OMV setzt mit dem Kauf von Borealis zukünftig stark auf Plastik und beliefert indirekt die Lebensmittelmultis, die die heimischen Supermarktregale mit Plastikverpackungen versorgen. Bei den derzeitigen und prognostizierten Wachstumsraten der Kunststoffproduktion - gemeinsam mit den Emissionen aus der Verbrennung von Kunststoffabfällen - werden diese bis 2050 zehn bis 13 Prozent des gesamten Kohlenstoffbudgets ausmachen, das nicht überschritten werden darf, damit das Pariser Klimaschutzziel eingehalten werden kann.

"Der neue OMV-Chef, Alfred Stern, ist gefragt, auch im Kunststoffsektor einen Wandel einzuleiten. Es kann keine nachhaltige Lösung sein, wenn unter dem Deckmantel der Kreislaufwirtschaft Erdöl und -gas vermehrt zu Kunststoffen verarbeitet wird. Stattdessen braucht es eine generelle Verbrauchsreduktion und langlebige Produkte, die schlussendlich recyclingfähig sind, aber keinen wachsenden Plastikboom“, sagt die Ressourcensprecherin der österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000.

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