Fussball

"Wie lange darf er verlieren?" Hütters Stuhl angesägt

Adi Hütter blamierte sich mit Gladbach gegen Köln 1:4, gegen Freiburg nun 0:6. Die "Bild" schießt sich auf ihn ein. Sein Chef steht hinter ihm.
Sebastian Klein
06.12.2021, 11:10

Vor etwas mehr als einem Monat war Adi Hütter noch der gefeierte Held. Borussia Mönchengladbach fertigte den FC Bayern im Pokal mit 5:0 ab, schrieb mit seinem Kantersieg internationale Schlagzeilen. Nach dem durchwachsenen Saisonstart schien sich das Blatt für den österreichischen Trainer zu wenden.

Vom Aufwärtstrend kann aktuell keine Rede mehr sein. Vergangene Woche verlor Hütter das Rhein-Derby gegen Köln 1:4. Am Sonntag setzte es eine blamable 0:6-Heimpleite gegen den SC Freiburg. ÖFB-Legionär Philipp Lienhart und Co. machten nach nur 37 Minuten das halbe Dutzend voll, verwalteten dann ihren Vorsprung.

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Hütter medial angezählt

Zu viel des Schlechten, findet die deutsche "Bild". Die reichweitenstärkste Zeitung unserer Nachbarn schreibt am Montag in großen Lettern: "Hütter darf weiter verlieren".

Sportdirektor Max Eberl stärkte seinem Trainer nach dem Abpfiff nämlich den Rücken, sagte: "Wenn im Fußball schon alles nach zwei Niederlagen in Frage gestellt wird, kann ich damit nichts anfangen. Wir haben uns mit voller Überzeugung für Adi Hütter entschieden, und wir gehen jetzt auch gemeinsam durch dick und dünn."

Die "Bild" mutmaßt, dass Hütter weiter verlieren dürfe, selbst wenn Gladbach bereits auf dem Relegationsplatz stehe. Aktuell ist der Klub 13. der Bundesliga.

Gründe für Debakel

Die Zeitung will auch die Gründe für die Misere kennen. Die Gegner laufen mehr als die Hütter-Truppe. Nach dem 5:0 gegen die Bayern hätten viele Spieler die folgenden Partien gegen die kleineren Gegner als Selbstläufer betrachtet. Köln spulte fünf, Freiburg sogar sieben Kilometer mehr als die "Fohlen" ab.

Intern soll es knistern. So verrät das Blatt, dass Führungsspieler sauer sind, dass immer die gleichen Spieler die Niederlagen erklären müssen, sich andere auf und abseits des Platzes verstecken. Zudem sorgen die stockenden Vertragsgespräche mit Denis Zakaria und Matthias Ginter für Zündstoff. Florian Neuhaus, der im Vorjahr als Mittelfeld-Shootingstar den Sprung ins deutsche Nationalteam geschafft hat, ist unter Hütter außen vor und frustriert.

Sprich: Hütter soll Probleme mit der Harmonie in der Kabine haben. Eberl hält zu ihm – auch seine eigene Mannschaft? Medial wächst der Druck auf den Vorarlberger schon.

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