Wie "Minecraft" Regime-Zensur aushebeln soll

Reporter ohne Grenzen eröffnet die virtuelle "Uncensored Library". Sie soll das Online-Zuhause für die Pressefreiheit sein.

Zum Welttag gegen Internetzensur am 12. März veröffentlicht Reporter ohne Grenzen die "Uncensored Library". Sie nutzt das weltweit meist gespielte und über das Internet zugängliche Computerspiel "Minecraft" als Schlupfloch, um zensierte Artikel von Journalisten in deren Heimatländern zu verbreiten.

Die Texte aus Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam sind in Büchern in einer virtuellen Bibliothek im Internet ausgestellt. Während unabhängige Nachrichtenportale und Onlinezeitungen in vielen autokratischen Staaten gesperrt sind, ist "Minecraft" fast überall frei zugänglich. Um die vormals zensierten Artikel lesen zu können, benötigen Nutzer lediglich einen Internetzugang zu dem Computerspiel.

1,5 Millionen Steine

Drei Monate haben Experten der auf "Minecraft" spezialisierten Firma Blockworks an der virtuellen Bibliothek gebaut. In der Eingangshalle können sich Besucher über die Situation der Pressefreiheit in 180 Ländern informieren. Insgesamt fünf weitere Räume sind den Ländern Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam gewidmet. Unter anderem sind darunter auch Texte des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi, der 2018 in der Botschaft seines Landes in Istanbul ermordet wurde.

Für den Bau des virtuellen Gebäudes und des Parks rundherum wurden mehr als 1,5 Millionen Steine benötigt. Die Insel, auf der die Bibliothek steht, ist über einen Kilometer lang.

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