Wien

Höhere Fallzahlen – Wien bekommt dritten 1450-Standort

Der Fall eines Wieners, der vier Tage auf einen Corona-Test warten musste, machte zuletzt die Runde. Nun erklärt die Stadt Wien den Status quo.
Michael Rauhofer-Redl
07.09.2020, 14:29

Vier Tage lang musste ein Jugendlicher (16) warten, bis er einen Corona-Test durchführen lassen konnte. Und das, obwohl der Teenager Kontakt zu einem positiv getesteten Freund (17) hatte. Weil der 16-Jährige zusammen mit seiner Mutter unter Quarantäne gestellt wurden, war auch ein privat durchgeführter Test nicht mehr möglich. Durch die Test-Verzögerung verpasste der Bursche auch den heutigen Schulstart in Wien. 

So wie dem Schüler ging es vielen anderen auch. Die Stadt Wien hat auf diese unerfreuliche Situation reagiert. Mario Dujaković, Pressesprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), nimmt in einem ausführlichen Twitter-Thread Stellung zur Causa und gibt einige Neuerungen bekannt. Durch diese sollen ähnlich lange Wartezeiten in Zukunft vermieden werden. 

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Neuer "1450"-Standort für Wien

Um längere Wartezeiten zu vermeiden, installierte die Stadt Wien einen dritten Standort für die Gesundheitshotline 1450 und akquirierte zusätzliche Blaulichtorganisationen für das mobile Testverfahren ("Mobile Home Sampling"). Außerdem sollen künftig auch asymptomatische Kontaktpersonen bei der Teststraße getestet werden. 

Dujaković führt aus, warum es in den vergangenen Wochen zu längeren Wartezeiten gekommen ist. "In Vorbereitung für den Herbst haben wir Testzahlen deutlich nach oben geschraubt. Waren es im Juli im Schnitt 1.944 Tests pro Tag (102 pro 100.000 EinwohnerInnen), waren es in der letzten August-Woche 4.390 Tests pro Tag (230 pro 100.000 EW)", so Dujaković. Das habe zu längeren Wartezeiten geführt, denn: Durch die vielen Reiserückkehrer seien die Anrufe bei 1450 gestiegen. Gleichzeitig würden bei mehr positiv Getesteten durch die Lockerungen auch vermehrt Kontaktpersonen ins Spiel kommen.  

Das zeige sich laut Dujaković auch in den Zahlen: "In den letzten 14 Tagen wurden 1.705 Personen positiv getestet. Diese hatten 13.640 Kontaktpersonen der Stufe 1 und 2.273 Kontaktpersonen der Stufe 2. Das bedeutet mehr organisatorischen Aufwand (und Zeit) auf allen Ebenen."

Mario Dujaković ist der Pressesprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).
(Bild: Helmut Graf)

Ab nun sind für die Gesundheitshotline 250 Mitarbeiter tätig. "Damit soll die Wartezeit bis zum Abklärungsgespräch verkürzt werden". Derzeit gebe es  rund 2.600 Anrufe pro Tag, 90 Prozent davon mit Covid-Bezug. Neben dem Roten Kreuz sind in Wien nun auch die Johanniter und der Arbeiter-Samariter-Bund für das Mobile Home Sampling zuständig. 

Für symptomfreie Kontaktpersonen gilt, bei Verfügbarkeit eines privaten Pkw, ab sofort: "Test zu Hause über Mobile Home Sampling oder bei der Teststraße beim Happel-Stadion, analog zu anderen Bundesländern." Bei der Teststraße können sich Wiener, die asymptomatisch sind und aus Risikoländern, bzw- aus den österreichischen Bundesländern (mind. vier Tage Aufenthalt), testen lassen. Mitzubringen sind ein Lichtbildausweis, der Meldezettel sowie die E-Card. 

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