So brutal sind Österreichs Jugendliche

Knapp vier Wochen nach der Prügelattacke auf einen Wiener ist das Opfer seinen Verletzungen erlegen. Die Hemmschwelle zu massiver Gewalt unter Jugendlichen hat stark abgenommen.
Die brutale Prügelattacke auf einen 67-jährigen Pensionisten aus Wien schockt ganz Österreich. Eine Gruppe Jugendlicher war Anfang November mit dem Wiener und seiner Frau auf offener Straße in Streit geraten.

In Folge soll der Pensionist, nach Aussage eines Verdächtigen, die Teenager fremdenfeindlich beleidigt haben. Die Situation eskalierte daraufhin völlig. Die Teenager gingen auf den 67-Jährigen los und traten ihm in den Bauch. Das Opfer stürzte daraufhin nach hinten und prallte mit dem Kopf gegen die Gehsteigkante, wodurch er lebensgefährlich verletzt wurde.

Trotz aller Bemühungen konnten die Ärzte das Leben des Mannes nicht retten. Wie "heute.at" berichtete, erlag er knapp vier Wochen nach dem Angriff seinen Verletzungen.

"Brutalität der Taten nimmt zu"

Die Gewaltdelikte von Jugendlichen in Österreich sind eigentlich seit Jahren rückläufig. Während 2008 noch gegen circa 5.400 Teenager ermittelt wurde, waren es im Jahr 2017 nur mehr knapp 3.600 Gewalttäter im Alter von 14 bis 17 Jahren.

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"Was allerdings zunimmt, ist die Brutalität der Taten, die ausgeführt werden", erklärt Gabriele Wörgötter, Fachärztin für Psychiatrie gegenüber dem TV-Sender "Puls 4". Demnach habe die Hemmschwelle zu "massiv-gewalttätigem Verhalten" in den letzten Jahren stark abgenommen.

Dennoch sind Körperverletzungen mit Todesfolge selten, wie der Bericht des Senders zeigt. So starben im Jahr 2008 zwölf Menschen an den Folgen einer Körperverletzung, im Vorjahr waren es sieben.

Darum werden Jugendliche immer brutaler

Doch warum werden Jugendliche immer brutaler? "Man spricht kaum mehr miteinander. Man tauscht sich über WhatsApp mit kurzen Worten oder Icons aus und verlernt eigentlich miteinander zu reden", erklärt Wörgötter eine der möglichen Ursachen.

Ein gesellschaftliches Muster, das die Jugendlichen dabei nicht nur von ihren Freunden übernehmen, sondern vor allem auch von Erwachsenen.

Lange Haftstrafen drohen

Zwei der mutmaßlichen Täter im Alter von 18 und 17 Jahren, die auf den Wiener eingeschlagen bzw. eingetreten haben sollen, wurden kurz nach der Tat von der Polizei festgenommen. Ihre drei Freunde wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Sollten die beiden jungen Männer angeklagt und verurteilt werden, drohen ihnen längere Haftstrafen. (red)

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