Wien schenkt serbischem Dorf einen Rettungswagen

Schlüsselübergabge: Ein Wiener Rettungswagen für ein kleines Dorf in Serbien. (Video3)
Schlüsselübergabge: Ein Wiener Rettungswagen für ein kleines Dorf in Serbien. (Video3)
In Jabukovac (Serbien) ist die medizinische Betreuung knapp. Der Samariterbund spendete nun einen Krankenwagen. Bürgermeister Ludwig übergab die Schlüssel.
"Helfen ist immer gut", sagt der Wiener Bürgermeister, Michael Ludwig (SP) bei der Übergabe eines gebrauchten Rettungswagen des Wiener Samariterbundes an die kleine Ortschaft Jabukovac in Serbien. Er übergab den Schlüssel im Beisein dem Botschafter der Republik Serbien und den Bürgermeistern von Negotin und Jabukovac. Sogar das nationale serbische Fernsehen filmte dieses Ereignis. "So mancher Wiener hat Verwandte in der Region um Jabukovac, und daher ist es ein schönes Zeichen der Verbundenheit zwischen Wien und dieser serbischen Region, dass der Samariterbund einen dort dringend benötigten Rettungswagen zur Verfügung stellt," ergänzt Bürgermeister Ludwig.

Rund ein Viertel der Einwohner des Dorfes sind Österreicher

In dem 2000 Einwohnerdorf Jakubovac im Osten Serbiens wohnen einige österreichische Staatsbürger. Rund ein Viertel der Menschen, die heute dort leben, haben einst in Wien gewohnt und gearbeitet, sind österreichische Staatsbürger und beziehen eine österreichische Pension. "Die ärztliche Versorgung in diesem Dorf ist eine Katastrophe", erklärt Obmann des Vereins "Freunde der Gemeinde Jabukovac" Radivoje Petrikic im Gespräch mit "Heute". Die Ambulanz hat nur zwei Mal die Woche einen Arzt vor Ort. In der größeren Gemeinde Negotin gibt es nur drei Ärzte für 36.000 Menschen. "Menschen müssen sterben, weil es keinen Krankentransport gibt. Durch diese Spende haben sie jetzt ein dauerhaftes Rettungsfahrzeug, das kranke Menschen in die rund 80km entfernten Nebenstädte bringt. Für Radivoje Petrikic geht ein Traum in Erfüllung, denn auch seine Familie ist aus dieser Region.



CommentCreated with Sketch.28 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. (v.li.n.re.) Dragormi Janjic (KOSMO), Radivoje Petriki (Verein Freunde Jabukvac), Wolfgagn Dihanits (GF Samariter-Bund), Büergermeister Michael Ludwig, Dejan Sudar (KOSMO)

Dieser komplett ausgestattete Krankenwagen des Samariterbundes gehört nun dem serbischen Dorf Jabukovac
Dieser komplett ausgestattete Krankenwagen des Samariterbundes gehört nun dem serbischen Dorf Jabukovac
Ein Rettungswagen aus Wien für Jabukovac

Der Samariterbund spendete einen Rettungswagen inklusive Ausstattung mit zwei Tragsessel, einer Krankenliege und Sauerstoffflaschen. Ein Krankenwagen inklusive Ausstattung kann fast so viel Kosten wie ein Haus - weit mehr als 100.000 Euro. "Dieser Krankenwagen ist ein älteres Modell und mit 284.000 gefahrenen km hat es einen weitaus geringeren Wert", erklärt der Geschäftsführer des Samariterbundes, Wolfgang Dihanits. In Wien gibt es rund 150 Einsatzfahrzeuge des Samariterbundes. "Für das kleine Dorf wird dieser Krankenwagen auf jeden Fall ein Lebensretter sein", betont Radivoje Petrikic der dieses Projekt mit der Hilfe des KOSMO-Magazins ins Leben gerufen hat.

"Für uns als Magazin für Austro-Bosniaken, -Kroaten, -Montenegriner und -Serben ist es äußerst wichtig die Beziehungen zwischen den Orten, Gemeinden und Menschen zu fördern. Diesen Hilferuf haben wir gehört und agiert", so der Herausgeber des Magazins Dejan Sudar. Ein weiteres Projekt mit einem Feuerwehrauto und einer anderen Ortschaft sei bereits in Planung. Der geschenkte Wagen soll bald in Jabukovac im Einsatz sein und werde auch nicht anders bemalt, betonte Radivoje Petrikic. Sowohl Nenad Bogosavljevic, Vize-Bürgermeister von Jabukovac, als auch Mladen Boskovic, Bürgermeister von Negotin bedankten sich für die Spende.

Samariterbund als sozialer Partner

Seit dem Hochwasser 2014 hat der Samariterbund immer wieder Projekte mit Serbien ins Leben gerufen. Bereits Anfang Oktober startet das Projekt ‚Soziales Entrepreneurship in der Landwirtschaft' als Modell zur Armutsreduktion. Bei dieser Aktion im serbischen Sabac erlernten rund 100 Familien neue Anbaumethoden - daraus entstand jetzt das Dörrobst Produkt "Zadruga", zu Deutsch "Freund".

(no)

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