Donnerstag und Freitag trifft sich die Wiener SPÖ zu ihrer Klubklausur in Andau im Burgenland – doch die Opposition sieht wenig Grund zum Jubeln. Bürgermeister Michael Ludwig positionierte Wien als Stadt des Fortschritts, der Solidarität und der Zuversicht. Angesichts internationaler Umbrüche, wirtschaftlicher Herausforderungen und sozialer Fragen betonte Ludwig die Rolle Wiens als verlässliche Kraft, die Demokratie schützt, in Arbeit investiert und Lebensqualität absichert. Bis 2033 soll ein Quantentechnologie-Zentrum in Wien entstehen. Die Reaktionen von Grünen, ÖVP und FPÖ fallen scharf aus.
Judith Pühringer und Peter Kraus, Spitzen der Wiener Grünen, sparen nicht mit Kritik: "Die Wiener:innen können sich immer weniger leisten, weil Öffis, Wohnen, Gebühren und Abgaben immer teurer werden. Die SPÖ redet von Aufschwung, doch in Wahrheit bremst sie die Wirtschaft und gefährdet Arbeitsplätze", so Pühringer.
Konkret bemängeln die Grünen, dass die Stadtregierung weiterhin große Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung scheut. "Alles andere ist mutloses Klein-Klein. Statt Luxusabgaben einzuführen oder Milliarden für fossile Monsterprojekte zu sparen, werden nur kleine Pflästerchen gelegt", kritisiert Kraus.
Auch die Wiener Volkspartei reagiert mit heftiger Kritik. Markus Figl, Landesparteiobmann, spricht von einer "reinen PR-Show": "Die SPÖ versucht, sich als Wirtschaftspartei zu inszenieren, liefert aber keinerlei Substanz."
VP-Klubobmann Harald Zierfuß ergänzt: "Wien verliert wirtschaftlich an Boden. Der Anteil der Stadt an der österreichischen Wirtschaftsleistung sinkt, während die Arbeitslosigkeit hoch bleibt." Zahlen sprechen Bände: Über 161.000 Menschen waren 2025 arbeitslos oder in Schulungen – ein Rekordwert außerhalb der Corona-Jahre.
Die ÖVP kritisiert auch steigende Belastungen für Unternehmen: "Während andere Bundesländer entlasten, erhöht Wien die Lohnnebenkosten und den Wohnbauförderungsbeitrag für Arbeitgeber um 50 Prozent – eine fatale Kombination für den Wirtschaftsstandort."
Während Wien als Wirtschaftsstandort zunehmend unter Druck gerät, verliere sich Ludwig laut FPÖ Wien "in Ankündigungen über ein Quantentechnologiezentrum im Jahr 2033". Für den Wiener FPÖ-Chef Stadtrat Dominik Nepp sind das "nichts anderes als Zukunftsträumereien, mit denen Ludwig von den aktuellen Problemen der Stadt ablenken will".
"Die Realität ist eine andere: Unternehmen kämpfen in Wien mit immer höheren Gebühren, explodierenden Energie- und steigenden Betriebskosten. Mehr und mehr Betriebe orientieren sich daher Richtung Prag oder Bratislava, weil dort die Rahmenbedingungen längst besser sind. Wien schwächelt als Wirtschaftsstandort und Ludwig hat darauf keine Antwort", kritisiert Nepp.