Das erste Jahr im Amt als Vizebürgermeister der Stadt Wien hätte sich Christoph Wiederkehr (NEOS) bestimmt anders vorgestellt. Auf die Corona-Krise folgten der Krieg in der Ukraine, die Rekord-Teuerung und explodierende Energiekosten. Anstatt eigene Projekte und Herzensthemen unter die Leute zu bringen, musste man in die Defensive gehen.
Dieser Analyse vom Polit-Experten Thomas Hofer im ORF kann Wiederkehr "absolut" etwas abgewinnen, wie er im großen "Wien heute" Interview zum Jahresabschluss sagt. Aus diesen Krisen könne man aber auch stets etwas Positives ziehen, immerhin hat man nach dem Missbrauchsverdachtsfall nun den schärfsten Kinderschutz in ganz Österreich.
Nach wie vor Probleme gibt es beim Fachkräftemangel, der aktuell vor allem in Kindergärten akut wird. Grundsätzlich sei die Ausbildung eine Sache des Bundes, als Wien habe man nun trotzdem einige Initiativen gestartet, um den Einstieg zu erleichtern. "Hier wurde leider lange geschlafen."
In Sachen Teuerung könne man als Stadt leider nur sehr punktuell unterstützen. Das große Problem: Österreich ist ein Hochsteuerland mit "unglaublich" hohen Abgaben, so Wiederkehr. "Eine wirkliche Entlastung kann nur stattfinden, wenn die Steuern runter kommen und auch die Abgaben, die Lohnnebenkosten. Das wäre tatsächlich eine langfristige Entlastung.
Stattdessen schütte die Bundesregierung nun einfach Geld aus, "weil man selber unpopulär ist". Treffsicher wäre, den Menschen mehr Geld übrig zu lassen, damit man sich wieder mehr leisten kann.