Wien wächst vor allem entlang der Stadtgrenze

Wien wächst kräftig weiter - vor allem nördlich der Donau. Schon jetzt lebt fast ein Viertel aller Wiener in Floridsdorf oder der Donaustadt. 
Wien wächst kräftig weiter - vor allem nördlich der Donau. Schon jetzt lebt fast ein Viertel aller Wiener in Floridsdorf oder der Donaustadt. Bild: imago stock & people

Ein Aus für den Lobautunnelbedeute auch tausende Wohnungen weniger, warnte Verkehrs- und Planungsstadtrat Ulli Sima (SPÖ) im Juli. Schon damals zeichnete sich eine mögliche Absage für das umstrittene Verkehrsprojekt durch Klima- und Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) ab. Seit dieser Woche ist es fix: Das Ministerium begräbt das Mega-Projekt der Nordostumfahrung.

Seither gehen die politischen Wogen hoch. Gemeinsam mit dem Land Niederösterreich prüft Wien nun "alle rechtlichen Möglichkeiten", um die lang ersehnte sechste Donauquerung doch noch zu ermöglichen. Davon hänge nicht nur die Lebensqualität tausender Menschen, sondern auch wichtige Projekte der Stadterweiterung ab, heißt es.

Welche das sind, haben sich die APA und das Umfrageinstitut OGM basierend auf den Zahlen der Wiener Landesstatistik und der Statistik Austria nun genauer angesehen. Dabei zeigt sich, dass Wien vor allem am Stadtrand wächst - mit entsprechenden Herausforderungen an die Verkehrspolitik.

Leopoldau mit meisten Neuzuzügen, Donaustadt führt bei Projekten

Laut der Auswertung legte die Leopoldau im Jahr 2020 am stärksten bei der Einwohnerzahl zu (plus 15 Prozent). Auch in Favoriten (vor allem um den Laaerberg), Unter-und Oberlaa sowie in der Donaustadt (vor allem Aspern und die Seestadt) sind vermehrt Neuzuzüge zu verzeichnen. In den Innenstadtbezirken nimmt die Einwohnerzahl hingegen ab, im Altlerchenfeld in der Josefstadt etwa um 4,2 Prozent. 

Bei den aktuellen Projekten der Stadtentwicklung liegt die Donaustadt mit 13 Projekten klar auf Platz 1. Viel gebaut und geplant wird auch in Floridsdorf, der Leopoldstadt und Favoriten.

Ein Fünftel lebt nördlich der Donau

Vor allem im dichtverbauten Gebiet der Innenbezirke stoße die Bevölkerungszahl an ihre Grenzen, wird Johannes Klotz von OGM vom ORF Wien zitiert. Langfristig nehme der Anteil der Innenbezirke 1 bis 9 und 20 an der Wiener Gesamtbevölkerung stetig ab. 2011 stellten diese zehn Bezirke zusammen noch 28,4 Prozent, heuer sind es nur noch 26,9 Prozent.

Gleichzeitig haben die Transdanubien-Bezirke Floridsdorf und Donaustadt um rund 72.000 Bewohner zugelegt. Mittlerweile leben schon fast 373.000 oder jeder fünfte Wiener nördlich der Donau.

Geringe Öffi-Dichte in Erweiterungsgebieten

Der erwartete Zuzug in den Norden Wiens stellt die Stadtplanung und die Verkehrspolitik vor große Herausforderungen. Vor allem auch, weil die Öffi-Dichte am Stadtrand deutlich schlechter ausgebaut ist als in den Innenbezirken. Dadurch ist der Anteil der Autofahrer hier auch deutlich höher: In den Innenbezirken kommen rund 350 Autos auf 1.000 Einwohner, in Transdanubien sind es 400, in Liesing gar 500.

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